Wachsblumen

Schon seit einiger Zeit experimentiere ich ein wenig damit, zum Winter Rosen und andere Blumen mit Wachs etwas haltbarer zu machen. Gerade ab November freut man sich besonders über die Schönheiten des Sommers und Herbstes. Leider vergeht diese Schönheit schnell in der Vase. Entweder verblühen Sie in der Wärme der geheizten Wohnung oder erfrieren an der kalten Luft, wenn sie in der Veranda, dem Balkon oder draußen stehen. 

Es gibt nun aber die Möglichkeit, die Schönheit der Pflanzen wesentlich länger zu erhalten, wenn man sie in Wachs konserviert. Dann werden sie sozusagen luftdicht versiegelt. Das habe ich nun einige Male ausprobiert und nun hier meine Erfahrungen, damit es auch bei Ihnen gelingt. Es gibt auch die Möglichkeit, die Blumen mit Glycerin zu konservieren. Meinen Erfahrungsbericht zur Konservierung mit Glycerin finden Sie hier.

Was wird für die Blumenkonservierung mit Wachs benötigt?

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, benötigt man Wachs. Ich selbst habe normalen Kerzenwachs (Stearin, Paraffin) verwendet, es gibt aber auch speziellen Tauchwachs, welcher natürlich noch besser auf den eigentlichen Zweck zugeschnitten ist. Zum ersten Üben sollte aber normaler Kerzenwachs ausreichen. Als ab in den Billigladen und einige große Kerzen in der gewünschten Farbe kaufen. Ich selbst habe ganz normale weiße Kerzen verwendet. Ansonsten hier mal einige Angebote von schon gebrauchsfertigen Wachs bei Amazon:

Wer es gleich professionell machen möchte, der nimmt Tauchwachs für das Präparieren der Blumen.  Hier mal auch ein paar Angebote bei Amazon:

 

Vorbereitung der Blumenkonservierung mit Wachs:

Wir benötigen dazu natürlich Blumen. Also ab in den Garten und Blumen sammeln. Die besten Jahreszeit ist denke ich dafür Ende Oktober. Da blühen noch viele Blumen und auch Rosen sind noch im Garten anzutreffen. Natürlich müssen es nicht nur Blumen sein, sondern auch Zweige von Bäumen und Sträuchern mit Beeren oder Blüten von Gräsern. Beim Sammeln darauf achten, dass  die Stile am besten verholzt sind, sonst kippen die bewachsten Blumen später durch das Eigengewicht einfach um bzw. die Blüte bleibt, aber der Rest vergammelt.

Natürlich kann man auch Blumen kaufen. Rosensträuße bekommt man ja in manchen Discountern schon fast nachgeworfen.

Ausgangsmaterial für Wachsblumen Wachsblumen herstellen - Rosenstrauß

Dann benötigen wir einen Kochtopf und am besten eine große Konservendose. Natürlich kann man den Kochtopf auch direkt verwenden. Da das Wachs aber schwer wieder heraus geht, empfehle ich, wenn Sie den Kochtopf noch weiter zum Kochen verwenden wollen, eine große Konservendose und einen normalen Kochtopf.

Nehmen Sie nun ein Messer und schneiden Sie die Kerze in handliche Stücke. Geben Sie die Stücke in die Konservendose bis sie voll ist und stellen sie diese in einen mit Wasser gefüllten Kochtopf.

Kerze mit Blechbüchse Schneiden einer Kerze geschnittener Wachs Geschnittenes Stearin mit Löffel Blechbüchse gefüllt mit Kerzenwachs

Am besten am Tag vorher stellen Sie ausreichend Wasser im Kühlschrank kalt. Je kälter, desto besser (natürlich nicht gefroren). Aber zusätzlich sollten Sie auch noch Eiswürfel bereit stellen. Da die Pflanzen ja aus dem heißen Wachs kommen, wird das Eiswasser auch recht schnell warm. 

Liste der benötigten Materialien zur Herstellung von mit Wachs konservierten Pflanzen:

  • Wachs in ausreichender Menge und in der gewünschten Farbe(n)
  • zu wachsende Blumen, Zweige, Äste, Gräser, Blüten, Zapfen usw.
  • Kochtopf (und eventuell eine große Blechbüchse)
  • geeignetes Thermometer zum Messen der Wachstemperatur 
  • Messer zum Schneiden des Wachses (Bei Verwendung von Kerzen)
  • Gartenschere zum Schneiden und Kürzen der Pflanzen
  • viel Zeitung zum Unterlegen
  • Löffel zum Umrühren
  • Schalte mit Eiswasser (vorher genug Wasser kalt stellen und Eiswürfel herstellen)
  • Bindedraht

Durchführung der Konservierung der Pflanzen mit Kerzenwachs:

Stellen Sie sich zuerst alles ordentlich zurecht. Der Kochtopf mit der Blechbüchse kommt auf den Herd. Die Blumen und Pflanzen legen Sie auf den Küchentisch und decken vorher eine große Zeitung darunter. Dann legen Sie eine Gartenschere daneben. Außerdem stellen Sie noch einen Eimer (nicht zu groß) bereit, um ihn mit eiskaltem Wasser zu füllen. 

Blechbüchse mit Kerzenwachs im Wasserbad Rosen mit verschiedenen Farben

Lassen Sie nun das Wasser auf der Kochplatte heiß werden. Dieses erwärmt dann die Blechbüchse und den Wachs darin, der dann beginnt zu schmelzen. Wichtig ist es, den Wachs nicht zu heiß werden zu lassen, da er dann beim Eintauchen den Blüten großen Schaden zufügt. Diese werden dann schnell braun und unansehnlich. Der Schmelzpunkt liegt bei Stearin und Paraffin bei etwa 55 Grad Celsius. Schalten Sie nach einer Ankochphase schnell ganz nach unten. Eine halbe erste Stufe am E-Herd sollte dann ausreichen. Auf jeden Fall immer alles gut mit dem Thermometer überprüfen. Ich benutze für solche Sachen immer ein langes Glasthermometer.

 

Bis das Wachs sich verflüssigt hat, können Sie die Zeit nutzen, um die gesammelten Pflanzen fertig für das Tauchen zu machen. Schneiden Sie überflüssiges Grün großzügig ab und sortieren Sie fehlerbehaftete Pflanzen bzw. Pflanzenteile aus.

flüssiges Wachs weiße Rose im Wachsbad Ins Eiswasser getauchte Beeren

Wenn der Wachs flüssig ist, die Temperatur prüfen. Bitte nicht höher als 60 Grad Celsius werden lassen, damit die Pflanzen nicht "verbrennen". Füllen Sie nun in das schon bereit gestellte größere Gefäß oder Eimer Eiswasser und noch ein paar Eiswürfeln, damit es kalt bleibt. Nehmen Sie jetzt die erste Pflanze und tauchen Sie diese kurz in das flüssige Wachs. Lassen Sie es ganz kurz ein wenig ablaufen und dann gleich damit ins kalte Wasser. Wiederholen Sie diese Prozedur noch ein bis zwei Mal. Je dicker der Wachs auf der Pflanze, je besser die Konservierung. Desto weniger ist dann aber auch von der ursprünglichen Pflanze zu sehen. Sehr empfindliche Pflanzenteile wie z. B. zarte Rosenblüten nur sehr kurz in den Wachs halten und dann gleich ins kalte Wasser und das dann zwei Mal wiederholen. Lässt man das kalte Wasser weg und macht auch noch den Wachs zu heiß, dann werden alle getauchten Rosenblüten recht schnell braun und unansehnlich. Die Empfindlichkeit der Rosenblüten variiert auch nach der Farbe der Blüte und auch die Rosensorte spielt eine große Rolle. Am besten eignen sich dunkelrote Rosen, die einen besonders kräftigen Stiel und eine sehr feste Blüte haben. Da die Blüten nach dem Wachsbad schnell außer Form kommen, eventuell vor dem Tauchen ins kalte Wasser die Blüte mit der Hand wieder in Form bringen. Aber nicht zu lange, sonst "verbrennt" die Rose in der Zwischenzeit. 

Legen Sie die in Wachs und Eiswasser getauchten Pflanzen nun vorsichtig auf eine Zeitung. Ab nun sollten sie nicht mehr gedrückt werden, da sonst die Wachsschicht abbrechen kann und die Blume an dieser Stelle fault. 

Wenn alle Blumen bzw. Pflanzen fertig sind, dann können Sie den Herd ausschalten und den Wachs in der Büchse erkalten lassen. Dieser kann beim nächsten Mal wieder verwendet werden. Zumindest, wenn er nicht zu sehr verunreinigt wurde. Sie können auch einen Docht in die Blechbüchse legen (bevor der Wachs fest wird), dann haben Sie für den Garten noch eine große Kerze. 

Die gewachsten Pflanzen können Sie jetzt individuell weiter verwenden. So zum Beispiel für die Vase, oder zum Einbinden in Gestecke oder auch für Draußen für die Weihnachtsdekoration. 

gewachste Rose gewachste weiße Rose gewachste gelbe Rose gewachste lachsfarbene Rose gewachste dunkelrote Rose gewachster Blumenstrauß Blumen mit Kerzenwachs konserviert mit Wachs konservierter Rosenstrauß Mit Wachs konservierte Corneaster konservierter Rosenstrauß Mit Wachs konservierte Rosen Haltbar gemachte Rose Rose mit Kerzenwachs konserviert Rose mit Kerzenwachs konserviert Rose mit Kerzenwachs konserviert Beeren mit Kerzenwachs konserviert Beeren mit Kerzenwachs konserviert Beeren mit Kerzenwachs konserviert Rosen recht wenig mit Kerzenwachs konserviert Rosen recht wenig mit Kerzenwachs konserviert Rose recht wenig mit Kerzenwachs konserviert Rose recht wenig mit Kerzenwachs konserviert

Wie man auf den Fotos oben sieht, sind die Blumen gut gelungen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Stängel vorher schön holzig sind. Der Wachsüberzug ist nämlich recht schwer und wenn der Stängel zu dünn oder zu unstabil ist, dann knickt die Blüte später unter dem Gewicht einfach um. 

Ich habe auch festgestellt, dass die Rosenblüten mit der Zeit (ca. 1 Monat) dann auch braun werden. Die Zweige mit den Beeren haben da besser durchgehalten. Mann kann die Blüten und Zweige gut als Weihnachtsdeko benutzen. Ich habe jetzt zum Testen weißen Wachs verwendet. Nach meinen derzeitigen Erfahrungen denke ich, dass roter Wachs, zumindest für die Rosen, besser ist. Die Rosen werden mit der Zeit ja auch braun, die Form bleibt aber erhalten. Hat man dann einen farblich sehr intensiven Wachs, so spielt das braun werden einer eher untergeordnete Rolle, da ja der Wachs die Farbgebung übernimmt. Die Rosenform bleibt erhalten. Ich werde auf jeden Fall beim nächsten Versuch es mit mit rotem Wachs testen und auch mal sehen, ob der professionelle Blumentauchwachs besser ist, als der normale aus Kerzen. Ich werde dann hier an dieser Stelle weiter berichten. 

Eine andere Alternative zur Blumenkonservierung, welche ich gerade ausprobiere, ist die Verwendung von Glycerin. Meine Erfahrungen dazu können Sie hier nachlesen.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall gutes Gelingen!

 

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