Stippiger Apfel

Von außen sieht der Apfel verführerisch gut aus, jedoch nach dem Schälen bzw. dem Durchschneiden offenbaren sich überall mehr oder weniger kleine braune Punkte. Das ist die Stippe. 

Schadbild der Stippe:

Der Apfel kann von Außen perfekt aussehen, aber nach dem Schälen zeigen sich kleine oder größere braune Punkte im Fruchtfleisch. Verstärkt am Rand, aber auch zur Mitte hin. Sehen ein wenig aus wie Sommersprossen. 

Stippe bei Aepfeln Boskoop Stippe bei Aepfeln zwei Boskoop Seitenansicht Stippe bei Aepfeln Boskoop Äpfel aufgeschnitten Stippe bei Aepfeln stippiger Apfel Stippe bei Aepfeln braune Punkte am Rand Stippe bei Aepfeln geschälter Apfel mit Stippe Stippe bei Aepfeln sippiges Apfelstück

Auch die Schale kann mehr oder weniger von solchen Flecken betroffen sein. Diese haben eine bräunliche Färbung, sind unregelmäßig und etwas vertieft. 

Wodurch wird die Stippe verursacht?

Die Stippe ist eine Mangelerscheinung, also keine Krankheit und keine durch Schädlinge oder Pilze verursachte Erkrankung. Sie tritt vor allem bei Äpfeln mit besonders großen Früchten auf. Bei mir im Garten ist das vor allem der "Rote Boskoop" und der "Ontario". Anfällig dafür sind auch die Sorten Jonagold, James Grieve, Gravensteiner, Cox Orange und die Goldparmäne.

Die direkte Ursache liegt am Calciummangel. Dieses fehlt einfach in den betreffenden Früchten. Soweit ist das also erstmal einfach. Nun kommt aber das Problem, warum das Calcium in den Früchten fehlt und damit wird die Sache kompliziert. 

Manch ein Gärtner greift jetzt schnell zur Calciumdünger für den Boden und ... Nichts ändert sich. Ist z. B. zuviel Stickstoff im Boden (weil gedüngt) so wachsen sehr stark die Äste und Blätter. Das im Boden vorhandene Calcium wird dafür verbraucht und es ist nichts mehr für die armen Früchte übrig. 

Aber auch der zu starke Rückschnitt der Baumkrone kann bei einigen Apfelsorten zu einen starken Wildwuchs der Äste führen, der wiederum das Calcium verbraucht. 

Starke Schwankungen des Wasserhaushaltes (extreme Trockenheit, extreme Nässe) können ebenfalls zur Stippe führen. Gegen zu viel Regen können Sie nichts tun, jedoch bei Trockenheit regelmäßig gießen.

Seien Sie insgesamt sehr vorsichtig mit Mineraldüngern! Auch ein Zuviel von Kalium und Magnesium im Boden können die Stippe fördern. Wenn düngen, dann besser mit organischen Düngern wie Pferdemist oder Kuhdung. 

Bei längerer Lagerung der Äpfel kann sich das Pronblem der Stippe verstärken.

Ich habe einen stippigen Apfel gegessen, muss ich nun sterben?

Nun ja... falls Sie sich nicht gerade daran verschluckt haben und keine Luft mehr bekommen, brauchen Sie keine Sorgen zu haben. Ihr normales Sterbedatum wird auch vom Genuss stippiger Äpfel eher positiv beeinflusst (Äpfel sind gesund). Sie und die Kinder können die Äpfel ohne Sorgen essen oder zu Kompott verarbeiten. Die Schale mit Stippe würde ich empfehlen abzuschälen. Ist der Apfel extrem befallen, dann allerdings ist es besser ihn zur Biotonne zu bringen bzw. im Winter den Vögeln als Nahrung hinzulegen. Bei starker Stippe ändert sich der Geschmack und der Apfel kann bitter schmecken. 

Was kann man gegen stippige Äpfel tun?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen sollten Sie darauf achten, dass der Obstbaum ganzjährig eine ausreichende Wasser- und Nährstoffzufuhr hat. Bei Trockenheit sollte gegossen werden, damit die Nährstoffzufuhr nicht unterbrochen wird. 

Haben Sie in den Jahren davor viel mit Stickstoff bzw. Magnesium und Kalium gedüngt, sollten Sie diese Dünger erstmal weglassen. Verwenden Sie am besten einen Calciumdünger der über das Blattwerk aufgebracht wird (Spritzmittel, siehe weiter unten). So kommt das Calcium direkt zu den Früchten. 

Falls Sie doch düngen möchten, verwenden Sie organische Dünger wie Pferde oder Kuhmist (beim Bauern meist kostenlos oder günstig abzugeben). Kann man auch als Granulat kaufen (siehe weiter unten).

Achten Sie auf eine ausgeglichene Kronenform der Bäume und vermieden Sie Wildwuchs. Bei starkem Wachstum geht das Calcium in die Blätter und Äste und für die Äpfel bleibt nicht genug übrig. Also Stickstoffdünger vermeiden, denn diese fördern den Wuchs. Beim Schneiden vorsichtig sein, viele gerade ältere Bäume reagieren auf einen zu radikalen Schnitt mit extremen Wildwuchs. Schneiden Sie besser im Sommer (auch wenn dadurch einige Früchte verloren gehen) und nicht zu stark. Machen Sie sich mit entsprechender Fachliteratur schlau, wie Obstbäume korrekt geschnitten werden müssen

Wichtig: Machen Sie Gründungen mit calciumhaltigen Präparaten (siehe unten). Am besten im Juni alle 10 Tage, insgesamt vier Mal. 

Versuchen Sie die Äpfel zeitnah zu essen bzw. zu verarbeiten, da längere Lagerzeit die Stippigkeit erhöht.

Und zu guter Letzt, wenn Sie sowieso neu Pflanzen wollten, nehmen Sie Apfelsorten, welche nicht für die Stippe anfällig sind:

Das sind nach der "Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die folgenden Sorten: Zitat "z.B. 'Rubinette', 'Jonathan', 'Piros', 'Rebella', 'Florina', 'Resi', 'Retina', 'Topaz, 'Ariwa'"

In manchen Ländern (in Deutschland verboten) werden Äpfel vor der Lagerung für 36 Stunden in ein Calciumbad getaucht. Ob dadurch schon vorhandene Stippe beseitigt wird kann ich nicht sagen.  Auf jeden Fall soll es wohl einer Verschlimmerung des Problems durch Lagerung vorbeugen.

Sie sollten folgendes gegen Stippe bei Amazon Kaufen:

 

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