Erfahrungsbericht Photovoltaikanlage, Balkonkraftwerk priwatt priFlat Duo

Warum habe ich mich für eine Plug-in-Photovoltaikanlage (Balkonkraftwerk, Mini-PV-Anlage) entschieden?

Hier meine persönlichen Erfahrungen mit einem Balkonkraftwerk von Priwatt und meine Überlegungen zum Geldsparen mit Solarenergie. Bis vor Kurzem kannte ich solche Anlage überhaupt nicht. Natürlich kannte ich die auf dem Dach und kleine, mit dem man das Handy aufladen kann. Jedoch erzählte mir meine Mutter (89) in einem Telefonat, dass sie in der Bildzeitung von Solaranlagen für den Garten gelesen hat, welche ganz einfach zu installieren und in das heimische zu integrieren sind. Das habe ich ihr erstmal nicht so ganz geglaubt, denn eigentlich gibt es eigentlich nichts, was in Deutschland einfach und ohne große Genehmigung geht. Schon gar nicht, wenn etwas ans Stromnetz angeschlossen werden soll. 

Nichtsdestoweniger habe ich mir den entsprechenden Artikel bei der Bildzeitung herausgesucht und wirklich, stand dort von kleinen Solaranlagen, welche gewöhnlich aus einem oder zwei Solarpanels bestehen und so beschaffen sind, dass die über einen Stecker einfach in das heimische Stromnetz integriert werden können 😯. Einziger Knackpunkt – die maximale Leistung darf aus Sicherheitsgründen 600 Watt nicht überschreiten. Dies gilt aber nur, wenn die Anlage mit der Stromversorgung im Haus/Wohnung direkt per Stecker verbunden wird. Ansonsten sind diese Anlagen steckfertig, wobei ich die Variante mit einer Schukosteckdose (am wenigsten Aufwand) gewählt habe. 

Welche Anbieter von Plug-in-Photovoltaikanlagen (Balkonkraftwerk, Steckersolaranlagen) gibt es:

Folgende größere seriöse Anbieter von steckfertigen Balkonkraftwerken konnte ich finden:

Achtung: Aufgrund der derzeit hohen Nachfrage ist bei allen Anbietern mit längeren Lieferzeiten (Wochen, Monate) zu rechnen!

Balkonkraftwerke bei Amazon kaufen:

Liste von verschiedenen Balkonkraftwerken bei Amazon:

Balkonkraftwerke bei Amazon

Ausgewählte Balkonkraftwerke mit max. 600 Watt Einspeisung mit guten Bewertungen:

Benötigt man außer der steckerfertigen Plug-in-Photovoltaikanlage noch zusätzliche Materialien?

Bei mir ist es so, dass ich einen recht langen Garten habe und die meiste Sonne scheint in der Mitte des Gartens. Das mitgelieferte Schuko-Kabel reicht aber bei weitem nicht bis zu meiner Außensteckdose am Haus. Deshalb habe ich bereits vor dem Kauf der Solaranlage mir ein 25 Meter langes Kabel von Brennstuhl bestellt. Es sollte schon ein qualitativ hochwertiges Kabel für den Außenbereich sein, da es ja Sommer wie Winter draußen rumliegt. Entschieden habe ich mich für das Brennstuhl BREMAXX Verlängerungskabel mit einem Querschnitt von 1,5 mm². Größere Querschnitte sind für solch kleinen Wattzahlen nicht notwendig. Die Verlustleistung beträgt hier etwa nur 4 Watt bei 25 Meter. Rechne ich die 5 Meter des mitgelieferten Kabels mit dazu, dann beträgt die Verlustleitung max. 4,8 Watt. 

Natürlich möchte ich auch wissen, wie viel Strom meine Plug-in-Photovoltaikanlage auch produziert hat. Die nach meiner Meinung nach beste Lösung ist die smarte Außensteckdose von Fritz mit der Bezeichnung  AVM FRITZ!DECT 210. Diese kann einfach an die Außensteckdose gesteckt werden und kann den eingespeisten Strom messen. Zur Übertragung wird das DECT-Protokoll verwendet, was eine hohe Reichweite hat und auch durch Mauern hindurch funktioniert. Nachteil: Du benötigst dafür eine Fritz!Box. Diese smarte Steckdose von AVM gibt es auch als Steckdose für Innen mit dem Namen  AVM FRITZ!DECT 200. 

Leider ist es gegenwärtig sehr schwer, diese zu bekommen. 

Mögliche Alternativen:

Die fertige Steckersolaranlage kann einfach in eine freie Schukosteckdose gesteckt werden. Bei Außensteckdosen sollte dies eine wetterfeste sein:

Eine Powerstation, Solargenerator dazu kaufen oder ohne?

Die steckfertigen Balkonkraftwerke sind erstmal dafür ausgelegt, direkt mit dem Hausstromnetz verbunden zu werden. Dafür ist ein entsprechender Wechselrichter enthalten. Natürlich wäre es schön, den Strom auch in einer Powerstation oder noch besser Pufferbatterie zu speichern. Dafür sind die fertigen Balkonkraftwerke, aber derzeit nicht ausgerichtet. Wenn man trotzdem eine Powerstation verwenden möchte, dann könnte man eine kaufen, welche zusätzliche Solarmodule enthält. Oder wenn die Sonne  schön scheint und die Energie nicht im eignen Netz verbraucht wird, könnte man die Powerstation am heimischen Stromnetz (mit geringer Ladestärke, wenn einstellbar) aufladen und würde so ebenfalls diese mit Solarstrom befüllen, ohne das Balkonkraftwerk vom Netz nehmen zu müssen.  

Was sind eigentlich Powerstationen:

Powerstationen sind eigentlich nichts anderes als große (meist tragbarer) Akkus, welche normalerweise in der Lage sind per Solarmodul oder über das 220V Stromnetz aufgeladen werden zu können. Da sie überwiegend transportabel sind, kann man sie in stromlosen Umgebungen nutzen, allerlei Geräte zu betreiben. Dafür haben sie in der Regel einen oder mehrere 220 V Steckdosen und diverse USB - Anschlüsse. Ein Solarladeregler ist größtenteils bereits eingebaut und so können Solarmodule direkt daran angeschlossen werden. Ideal sind diese Geräte für das Wohnmobil, Camping, in stromlosen Schuppen oder bei Blackouts

Akkutypen bei Powerstationen: 

Die Akkus sind das A und O bei den Powerstationen. Derzeit sind zwei Typen im Einsatz: Lithium-Ionen Akkus bzw. Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4, LFP).  Die Li-Ion Akkus haben eine höhere Energiedichte. Sie können also pro Gramm Gewicht mehr Energie speichern als LiFePO4 Akkus. Aber der Verschleiß ist höher bzw. die Anzahl der möglichen Ladezyklen geringer als bei LiFePO4 Akkus. LiFePO4 Akkus sind unanfälliger gegen Überladung und Tiefenentladung. Insgesamt haben sie bedeutend mehr mögliche Ladezyklen als die Li-Ion-Akkus. Dafür sind sie aber auch schwerer und derzeit noch teurer.  

Wer Powerstationen langfristig nutzen möchte, sollte also eher nach Powerstationen mit LiFePO4 Akkus schauen. 

Lithium-Ionen Akkus: 

Vorteile: Hohe Energiedichte (leichter), günstigerer Preis

Nachteile: schnellerer Verschleiß, weniger Ladezyklen, höhere Brandgefahr

LiFePO4 - Akkus:

Vorteile: geringerer Verschleiß, viele Ladezyklen, geringere Brandgefahr  

Nachteile: größeres Gewicht (Volumen), höherer Preis

Kann man derzeit Powerstationen zum Energiesparen einsetzen? 

Die Powerstationen kann man oft bereits mit Solarmodulen kaufen oder an bereits vorhandene anschließen. Da liegt es doch nahe, diese auch zum Energiesparen zu verwenden. Per Solarstrom kostenlos aufladen und damit verschiedene Haushaltsgeräte kostenlos betreiben. Das klingt erstmal super gut. Der Pferdefuß ist allerdings derzeit der sehr hohe Preis der Powerstationen, welcher eine geldsparenden Nutzung derzeit fast unmöglich macht. 

Eine Powerstation hat eine bestimmte Lademenge, welche meist in Wattstunden angegeben wird. Im Haushalt rechnen wir ja meist mit Kilowattstunden. Könnten die Hersteller auch angeben, aber dies klingt dann doch sehr wenig. Derzeit haben die meisten besseren Powerstationen eine Leistung von 1000 bis 2000 Wattstunden. Das klingt erstmal viel, entspricht aber nur 1 bis 2 Kilowattstunden. Man könnte also einen Heizlüfter mit 2000 Watt bestenfalls eine Stunde lang an der Powerstation betreiben, dann ist sie leer. Richtig viel Energie können sie also noch nicht speichern. Das größte Problem ist jedoch der hohe Preis. Derzeit beträgt der Preis pro Wattstunde etwa 1 €. Bei 1000 Wattstunden sind es also 1000 € und bei 2000 Wattstunden bereits 2000 €. Ein wenig schwankt der Preis nach oben und unten je nach Art der eingesetzten Akkus (Li-Ion, LiFePO4) und der Ausstattung der Geräte.

Lassen wir nun den Strompreis mal sehr hoch sein: 45 Cent pro Kilowattstunde und berechnen dies auf die Lebensdauer (Anzahl der Zyklen) der Powerstation.   

Eine beliebte Powerstation ist die EF ECOFLOW DELTA Max (1600)  mit Li-Ion-Akkus, 1612 Wh und 800 Ladezyklen. Das würde eine Gesamtleistung von  1.290 kW/h ergeben. Multiplizieren wir dies mit dem Strompreis von 45 Cent, dann kommen wir auf eine Einsparung von 580 €. Die Anschaffungskosten der Powerstation wären also während der normalen Laufzeit nicht mal ansatzweise gedeckt.

Nehmen wir jetzt mal beispielsweise die Anker 757 Power Station mit LiFePO4 Akkus, 1229 Wh und 3000 Ladezyklen. Das würde eine Gesamtleistung von 3.687 kW/h ergeben. Multiplizieren wir dies mit dem Strompreis von 45 Cent, dann kommen wir auf eine Einsparung von 1.659 €. Die Anschaffungskosten der Powerstation wären also gerade mal gedeckt. 

Anmerkung zu Ladezyklen: Z. B. 3000 Ladezyklen bedeutet nicht, dass der Akku nach 3000 Mal aufladen weggeworfen werden muss, sondern dass die Kapazität dann unterhalb 80 Prozent liegt. Das Gerät kann dann normalerweise also noch weiter genutzt werden. 

Die kleine Rechnung oben zeigt, wenn schon eine Powerstation gekauft werden soll, um Geld einzusparen, dann auf jeden Fall eine mit LiFePO4 Akkus nehmen. Ich nehme aber mal an, dass sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren noch sehr viel tun wird und die Akkus vom Preis her fallen werden. Super wäre dies für die Verwendung als Pufferspeicher, um überschüssige Solarenergie tagsüber zwischenzuspeichern und Abends abzugeben. Oder noch besser für später - die selbst erzeugte Solar- und Windenergie im Sommer zu speichern und im Winter wieder abzugeben. Da bin ich eigentlich überzeugt, dass diese mal so kommt. 

Wer mit dem Kauf einer Powerstation nicht warten möchte, hier einige Modelle bei Amazon mit guten Kundenmeinungen: 

Powerstationen mit Lithium-Ionen-Akkus:


Powerstationen mit LiFePO4 Akkus (meine Empfehlung, da sicherer und viel mehr Ladezyklen) 

 

Bestellung des Balkonkraftwerkes bei PriWatt:

Die Bestellung meiner Steckersolaranlage bei PriWatt war gar nicht so einfach. Derzeit (September 2022) ist die Nachfrage extrem hoch und die Lieferketten weltweit gestört.  

Bei PriWatt kann man verschiedene Modelle auswählen, je nachdem wo die Anlage aufgebaut werden soll (Balkon, Flachdach, Steildach, Garten usw.). Da ich sie im Garten aufstellen möchte, habe ich also Garten ausgewählt. Die Steckersolaranlage gibt es hier mit einem oder zwei Solarpaneels. Ich habe für eine maximale Leistung die mit zwei Solarpaneels gewählt. Leider konnte ich mehrere Wochen nicht bestellen, weil einfach keine Solaranlagen da waren. Eine Vorbestellung ist bei PriWatt nicht möglich. Man kann sich auf der Webseite beim gewüschten Produkt per E-Mail registrieren und soll dann eine Benachrichtigung erhalten, wenn die Anlagen wieder bestellbar sind.

PriWatt Mailbenachrichtigung

Ich persönlich bin davon ausgegangen, dass es diese Benachrichtigung mindestens einen Tag vorher gibt. Trotzdem habe ich jeden Tag mehrmals nachgeschaut und siehe da, die Anlagen waren plötzlich wieder verfügbar und ich hatte noch keine Benachrichtigung im Postfach (auch nicht im SPM-Ordner). Die Benachrichtigung erreichte mich erst zwei Stunden später und landete dann prompt im Spam-Ordner von 1&1. 

Am Mittwoch dem 21.09.22 um 15 Uhr war es dann soweit, meine Anlage war verfügbar und ich habe sie schnell bestellt. Entschieden hatte ich mich für die priFlat Duo zur Aufstellung im Garten.

priwatt DuoBildquelle: Priwatt.de

Der Lieferumfang soll enthalten:  

  • 2x Solarmodule (jeweils 175,4 x 109,6 cm) 
  • Wechselrichter 600W + Endkappe 
  • 2 Modulhalterungen 
  • Wechselrichterhalterung 
  • 6 Kabelbinder 
  • 2 Verlängerungskabel je 2,0m 
  • optional: Anschlusskabel (Wieland, Schuko)

Bei der Bestellung muss man angeben, welchen Stecker die Solaranlage haben soll und wie lang. Hier den Schuko-Stecker auswählen. Wieland ist ein Spezialstecker, welcher vom Elektriker erst installiert werden muss. Das würde zustzliche Kosten verursachen. Zudem passen die gängigen Messgeräte dort nicht. 

Eine Lieferung auf Rechnung gibt es bei PriWatt nicht. Die Anlage mus gleich bezahlt werden. Möglich sind Kreditkarten (Visa, Eurocard), Klarna und Sofortüberweisung. 

Nach der Bezahlung habe ich vergeblich auf eine Bestätigung per Mail gewartet. Die Mail waren jedoch im Spam-Ordner von 1&1 stecken geblieben. Also habe ich den Absender als "Kein Spam" eingestuft. 

Bekomme habe ich vier E-Mails von PriWatt:

 Wird fortgesetzt, wenn ich das Balkonkraftwerk erhalten habe. 

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