Erfahrungsbericht Photovoltaikanlage,  Balkonkraftwerk priwatt priFlat Duo

Warum habe ich mich für eine Plug-in-Photovoltaikanlage (Balkonkraftwerk, Mini-PV-Anlage) entschieden?

Hier meine persönlichen Erfahrungen mit einem Balkonkraftwerk von Priwatt und meine Überlegungen zum Geldsparen mit Solarenergie. Bis vor Kurzem kannte ich solche Anlage überhaupt nicht. Natürlich kannte ich die auf dem Dach und kleine, mit dem man das Handy aufladen kann. Jedoch erzählte mir meine Mutter (89) in einem Telefonat, dass sie in der Bildzeitung von Solaranlagen für den Garten gelesen hat, welche ganz einfach zu installieren und in das heimische zu integrieren sind. Das habe ich ihr damals nicht so ganz geglaubt, denn eigentlich gibt es eigentlich nichts, was in Deutschland einfach und ohne große Genehmigung geht. Schon gar nicht, wenn etwas ans Stromnetz angeschlossen werden soll. 

Nichtsdestoweniger habe ich mir den entsprechenden Artikel bei der Bildzeitung herausgesucht und wirklich, stand dort von kleinen Solaranlagen, welche gewöhnlich aus einem oder zwei Solarpanels bestehen und so beschaffen sind, dass die über einen Stecker einfach in das heimische Stromnetz integriert werden können 😯. Einziger Knackpunkt – die maximale Leistung darf aus Sicherheitsgründen 600 Watt (800 Watt sind in Planung) derzeit nicht überschreiten. Dies gilt aber nur, wenn die Anlage mit der Stromversorgung im Haus/Wohnung direkt per Stecker verbunden wird. Ansonsten sind diese Anlagen steckfertig, wobei ich die Variante mit einer Schukosteckdose (am wenigsten Aufwand) gewählt habe. 

Welche Anbieter von Plug-in-Photovoltaikanlagen (Balkonkraftwerk, Steckersolaranlagen) gibt es:

Folgende größere seriöse Anbieter von steckfertigen Balkonkraftwerken konnte ich finden:

Balkonkraftwerke bei Amazon kaufen:

Liste von verschiedenen Balkonkraftwerken bei Amazon:

Ausgewählte Balkonkraftwerke mit max. 600 Watt Einspeisung mit guten Bewertungen. 

Benötigt man außer der steckerfertigen Plug-in-Photovoltaikanlage noch zusätzliche Materialien?

Bei mir ist es so, dass ich einen recht langen Garten habe und die meiste Sonne scheint in der Mitte des Gartens. Das mitgelieferte Schuko-Kabel reicht aber bei weitem nicht bis zu meiner Außensteckdose am Haus. Deshalb habe ich bereits vor dem Kauf der Solaranlage mir ein 25 Meter langes Kabel von Brennstuhl bestellt. Es sollte schon ein qualitativ hochwertiges Kabel für den Außenbereich sein, da es ja Sommer wie Winter draußen rumliegt. Entschieden habe ich mich für das Brennstuhl BREMAXX Verlängerungskabel mit einem Querschnitt von 1,5 mm². Größere Querschnitte sind für solch kleinen Wattzahlen nicht notwendig. Die Verlustleistung beträgt hier etwa 4 Watt bei 25 Meter. Rechne ich die 5 Meter des mitgelieferten Kabels mit dazu, dann beträgt die Verlustleistung max. 4,8 Watt. Damit die Kabel nicht vom Marder usw. zerbissen werden, empfehle ich einen Kabelschutz aus Wellrohr. 

 

Natürlich möchte ich auch wissen, wie viel Strom meine Plug-in-Photovoltaikanlage produziert hat. Die nach meiner Meinung nach beste Lösung ist die smarte Außensteckdose von Fritz mit der Bezeichnung  AVM FRITZ!DECT 210. Diese kann einfach an die Außensteckdose gesteckt werden und kann den eingespeisten Strom messen. Zur Übertragung wird das DECT-Protokoll verwendet, was eine hohe Reichweite hat und auch durch Mauern hindurch funktioniert. Nachteil: Du benötigst dafür eine Fritz!Box. Diese smarte Steckdose von AVM gibt es auch als Steckdose für Innen mit dem Namen  AVM FRITZ!DECT 200. 

Leider ist es manchmal sehr schwer, diese zu bekommen. Die Nachfrage ist immer noch hoch und die Firma hat wohl Lieferschwierigkeiten. 

Mögliche Alternativen:

Die fertige Steckersolaranlage kann einfach in eine freie Schukosteckdose gesteckt werden. Bei Außensteckdosen sollte dies eine wetterfeste sein:

Eine Powerstation, Solargenerator dazu kaufen oder ohne?

Die steckfertigen Balkonkraftwerke sind erst mal dafür ausgelegt, direkt mit dem Hausstromnetz verbunden zu werden. Dafür ist ein entsprechender Wechselrichter enthalten. Natürlich wäre es schön, den Strom auch in einer Powerstation oder noch besser Pufferbatterie zu speichern. Dafür sind die fertigen Balkonkraftwerke, aber derzeit nicht ausgerichtet. Wenn man trotzdem eine Powerstation verwenden möchte, dann könnte man eine kaufen, welche zusätzliche Solarmodule enthält. Oder wenn die Sonne  schön scheint und die Energie nicht im eignen Netz verbraucht wird, könnte man die Powerstation am heimischen Stromnetz (mit geringer Ladestärke, wenn einstellbar) aufladen und würde so ebenfalls diese mit Solarstrom befüllen, ohne das Balkonkraftwerk vom Netz nehmen zu müssen. Genau für diesen Zweck habe ich mir die Powerstation von "ROCKPALS" gekauft. Diese zieht über das Netzteil etwa 160 Watt und ich benutze sie, überflüssigen Solarstrom zu speichern. Meinen genauen Erfahrungsbericht zur "ROCKPALS" Powerstation findest Du hier.  

Was sind eigentlich Powerstationen?

Powerstationen sind eigentlich nichts anderes als große (meist tragbarer) Akkus, welche normalerweise in der Lage sind, per Solarmodul oder über das 220V Stromnetz aufgeladen werden zu können. Da sie überwiegend transportabel sind, kann man sie in stromlosen Umgebungen nutzen, allerlei Geräte zu betreiben. Dafür haben sie in der Regel einen oder mehrere 220 V Steckdosen und diverse USB-Anschlüsse. Ein Solarladeregler ist größtenteils bereits eingebaut und so können Solarmodule direkt daran angeschlossen werden. Ideal sind diese Geräte für das Wohnmobil, Camping, in stromlosen Schuppen oder bei Blackouts

Akkutypen bei Powerstationen: 

Die Akkus sind das A und O bei den Powerstationen. Derzeit sind zwei Typen im Einsatz: Lithium-Ionen-Akkus bzw. Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4, LFP).  Die Li-Ion Akkus haben eine höhere Energiedichte. Sie können also pro Gramm Gewicht mehr Energie speichern als LiFePO4 Akkus. Aber der Verschleiß ist höher bzw. die Anzahl der möglichen Ladezyklen geringer als bei LiFePO4 Akkus. LiFePO4 Akkus sind unanfälliger gegen Überladung und Tiefenentladung. Insgesamt haben sie bedeutend mehr mögliche Ladezyklen als die Li-Ion-Akkus. Dafür sind sie aber auch schwerer und derzeit noch teurer.  

Wer Powerstationen langfristig nutzen möchte, sollte also eher nach Powerstationen mit LiFePO4 Akkus schauen. 

Lithium-Ionen-Akkus: 

Vorteile: Hohe Energiedichte (leichter), günstigerer Preis

Nachteile: schnellerer Verschleiß, weniger Ladezyklen, höhere Brandgefahr

LiFePO4 - Akkus:

Vorteile: geringerer Verschleiß, viele Ladezyklen, geringere Brandgefahr  

Nachteile: größeres Gewicht (Volumen), höherer Preis

Kann man derzeit Powerstationen zum Energiesparen einsetzen? 

Die Powerstationen kann man oft bereits mit Solarmodulen kaufen oder an schon vorhandene anschließen. Da liegt es doch nahe, diese auch zum Energiesparen zu verwenden. Per Solarstrom kostenlos aufladen und damit verschiedene Haushaltsgeräte kostenlos betreiben. Das klingt erst mal super gut. Der Pferdefuß ist allerdings derzeit der sehr hohe Preis der Powerstationen, welcher eine geldsparenden Nutzung derzeit noch unwirtschaftlich macht. 

Die gute Nachricht: Die Preise für die Powerstationen fallen ständig. So muss man die Wirtschaftlichkeit jedes Mal neu für das jeweilige Angebot berechnen.

Eine Powerstation hat eine bestimmte Lademenge, welche meist in Wattstunden angegeben wird. Im Haushalt rechnen wir ja meist mit Kilowattstunden. Könnten die Hersteller auch angeben, aber dies klingt dann doch sehr wenig. Derzeit haben die meisten besseren Powerstationen eine Leistung von 1000 bis 2000 Wattstunden. Das klingt erst mal viel, entspricht aber nur 1 bis 2 Kilowattstunden. Man könnte also einen Heizlüfter mit 2000 Watt bestenfalls eine Stunde lang an der Powerstation betreiben, dann ist sie leer. Richtig viel Energie können sie also noch nicht speichern. Das größte Problem ist jedoch der hohe Preis. Derzeit beträgt der Preis pro Wattstunde etwa 1 €. Bei 1000 Wattstunden sind es also 1000 € und bei 2000 Wattstunden bereits 2000 €. Ein wenig schwankt der Preis nach oben und unten, je nach Art der eingesetzten Akkus (Li-Ion, LiFePO4) und der Ausstattung der Geräte.

Lassen wir nun den Strompreis mal sehr hoch sein: 45 Cent pro Kilowattstunde und berechnen dies auf die Lebensdauer (Anzahl der Zyklen) der Powerstation.   

Eine beliebte Powerstation ist die EF ECOFLOW DELTA Max (1600)  mit Li-Ion-Akkus, 1612 Wh und 800 Ladezyklen. Das würde eine Gesamtleistung von  1.290 kW/h ergeben. Multiplizieren wir dies mit dem Strompreis von 45 Cent, dann kommen wir auf eine Einsparung von 580 €. Die Anschaffungskosten der Powerstation wären also während der normalen Laufzeit nicht mal ansatzweise gedeckt.

Nehmen wir jetzt mal beispielsweise die Anker 757 Power Station mit LiFePO4 Akkus, 1229 Wh und 3000 Ladezyklen. Das würde eine Gesamtleistung von 3.687 kW/h ergeben. Multiplizieren wir dies mit dem Strompreis von 45 Cent, dann kommen wir auf eine Einsparung von 1.659 €. Die Anschaffungskosten der Powerstation wären also gerade mal gedeckt. 

Anmerkung zu Ladezyklen: Z. B. 3000 Ladezyklen bedeutet nicht, dass der Akku nach 3000 Mal aufladen weggeworfen werden muss, sondern dass die Kapazität dann unterhalb 80 Prozent liegt. Das Gerät kann dann normalerweise also noch weiter genutzt werden. 

Die kleine Rechnung oben zeigt, wenn schon eine Powerstation gekauft werden soll, um Geld einzusparen, dann auf jeden Fall eine mit LiFePO4 Akkus nehmen. Ich nehme aber mal an, dass sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren noch sehr viel tun wird und die Akkus vom Preis her fallen werden. Super wäre dies für die Verwendung als Pufferspeicher, um überschüssige Solarenergie tagsüber zwischenzuspeichern und abends abzugeben. Oder noch besser für später - die selbst erzeugte Solar- und Windenergie im Sommer zu speichern und im Winter wieder abzugeben. Erste Angebote scheint es dafür schon zu geben, z. B.  SolarFlow. Ob sich diese aber preislich lohnt, kann ich noch nicht sagen.    

Wer mit dem Kauf einer Powerstation nicht warten möchte, hier einige Modelle bei Amazon mit guten Kundenmeinungen: 

Powerstationen mit Lithium-Ionen-Akkus:


Powerstationen mit LiFePO4 Akkus (meine Empfehlung, da sicherer und viel mehr Ladezyklen) 

 

Ich persönlich habe mich nach monatelangen Recherchen für die LiFePO4 Powerstation von ROCKPALS entschieden. Sie hat eine Kapazität von 1254 Wh, bringt 1300 Watt (Peak 2000 Watt) und es gibt derzeit dafür einen 750-Euro-Coupon. Somit verringert sich der Preis von 1600 € auf 850 €. Ich finde, die Powerstation ist sehr solide. Meinen Erfahrungsbericht findest Du hier.

Rockpals Powerstation Angebot 1

Rockpals Powerstation Angebot 2 

Bestellung des Balkonkraftwerkes bei PriWatt:

Die Bestellung meiner Steckersolaranlage bei PriWatt war damals gar nicht so einfach. Im September 2022 war die Nachfrage extrem hoch und die Lieferketten weltweit gestört. Es hat damals über zwei Monate gedauert, bis ich die Solaranlage erhalten habe und das war ja zum Herbst hin, wo die Sonne ohnehin nur wenig scheint. 

Mittlerweile hat sich die Nachfrage beruhigt, bzw. es gibt viele Angebote, so dass man auch bequem Balkonkraftwerke über Amazon usw. ordern kann. 

Bei PriWatt kann man verschiedene Modelle auswählen, je nachdem wo die Anlage aufgebaut werden soll (Balkon, Flachdach, Steildach, Garten usw.). Da ich sie im Garten aufstellen möchte, habe ich also Garten ausgewählt. Die Steckersolaranlage gibt es hier mit einem oder zwei Solarpaneelen. Ich habe für eine maximale Leistung für die mit zwei Solarpaneelen entschieden. Es gibt jetzt auch schon welche mit mehr Solarpaneelen, welche aber dann die zulässigen 600 W (800 W) übersteigen und dann vom Elektriker installiert werden müssen. 

Achtung: Da wie gesagt, eventuell bald 800 Watt Einspeisung ohne Elektriker erlaubt werden, solltest Du bei Platz für zwei Solarpaneele, die 800 Watt Ready Anlage auswählen. Diese ist bereits für den Betrieb mit 800 Watt vorbereitet und wenn das Gesetz raus ist, braucht sie nur noch dafür freigeschaltet zu werden. Das geht über eine App. 

Der Lieferumfang soll enthalten:  

  • 2x Solarmodule (jeweils 175,4 x 109,6 cm) 
  • Wechselrichter 600W + Endkappe 
  • 2 Modulhalterungen 
  • Wechselrichterhalterung 
  • 6 Kabelbinder 
  • 2 Verlängerungskabel je 2,0m 
  • optional: Anschlusskabel (Wieland, Schuko)

Bei der Bestellung muss man angeben, welchen Stecker die Solaranlage haben soll und wie lang. Hier den Schuko-Stecker auswählen. Wieland ist ein Spezialstecker, welcher vom Elektriker erst installiert werden muss. Das würde zusätzliche Kosten verursachen. Zudem passen die gängigen Messgeräte dort nicht. 

Eine Lieferung auf Rechnung gibt es bei PriWatt nicht. Die Anlage muss gleich bezahlt werden. Möglich sind Kreditkarten (Visa, Eurocard), Klarna und Sofortüberweisung. 

Nach der Bezahlung habe ich vergeblich auf eine Bestätigung per Mail gewartet. Die Mail war jedoch im Spam-Ordner von 1&1 stecken geblieben. Also habe ich den Absender als "Kein Spam" eingestuft. 

Bekomme habe ich vier E-Mails von PriWatt:

Schließlich waren es drei Pakete. Ich habe gleich, nachdem ich von Hermes die Mail erhalten habe, einen Wunschtermin für jedes der drei Pakete festgelegt. Dies wurde mir auch brav per Mail bestätigt und auch im System eingetragen. Natürlich hat es nicht geklappt und der Hermes-Bote stand vier Tage vorher vor der Tür meiner Mutter. Also bloß nicht auf den Hermes-Versand verlassen 😈

Montage der Solarpanels von Priwatt: 

Es kommen drei Pakete per Hermes. In zwei Pakten befindet sich je ein Solarpanel. Im dritten Paket liegt der Wechselrichter, Kabel und Befestigungsmaterial. 

Nach der Montage der beiden Solarpanels und des Anschlusses der Kabel an den Wechselrichter musste ich nun noch einen Weg durch den Garten von ca. 25 Meter bis zur Außensteckdose überbrücken. Dafür habe ich ein Brennstuhl BREMAXX Verlängerungskabel verwendet. Direkt an der Außensteckdose habe ich die AVM FRITZ!DECT 210 Außensteckdose (funktioniert nur mit einer Fritz!Box) angebracht, welche ich so eingestellt habe, dass sie sich bei Sonnenuntergang ausschaltet. Diese zählt auch zuverlässig den eingespeisten Strom. Auch die aktuelle Einspeisung wird angezeigt. 

Nachträgliche Installationen:

Marder Bild von G.C. auf Pixabay

Eines Tages fand ich im Garten alle Kabel zerwühlt vor. Da hat ein Marder oder Fuchs diese im Maul gehabt. Zum Glück waren sie nicht zerbissen. Aus diesem Grunde habe ich alle Kabel mit einem Schutz versehen. Dafür habe ich bei Amazon AUPROTEC Wellrohr gekauft und die Kabel damit überzogen. Das Wellrohr ist geschlitzt und kann daher nachträglich über die Kabel gestreift werden. Es ist zwar aus Plastik, bietet aber zumindest etwas Knabberschutz. 

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Betrieb des Balkonkraftwerkes in meinem Garten: 

Ich habe mein Balkonkraftwerk nun seit Ende Oktober 2022 in meinem Garten in Betrieb. Die gute Nachricht ist, sie produziert zuverlässig Strom. Allerdings sind im Herbst/Winter die Sonnenstunden und Tage sehr gering und somit ist die Stromausbeute in diesen Monaten ebenfalls gering. Das ist sehr schade, da man eigentlich genau in diesen Monaten der Dunkelheit und Kälte am meisten Energie benötigt. Daran ist aber derzeit nicht zu ändern. Eventuell später, wenn man die Sonnenenergie und Windenergie für den Winter zwischenspeichern kann. Derzeit sehe ich aber dafür noch keine für den Privathaushalt akzeptable Lösung.

Etwa ab dem Monat März beginnt der Energieertrag des Balkonkraftwerkes stark anzusteigen. Das liegt einerseits daran, dass ab diesem Zeitpunkt die sonnigen Tage stark zunehmen und andererseits an der Tageslänge, welche ebenfalls ständig zunimmt. 

Hier mal eine aktuelle Grafik des eingespeisten Stroms: 

Balkonsolaranlage: Leistung von Oktober 22 bis April 22

Man sieht auf der Grafik, dass der Ertrag ab März stark ansteigt. Die Monate Oktober und April sind unvollständig, da erst am 17.10 in Betrieb genommen und am 14.4.23 habe ich diesen Screenshot gemacht. Ich werde die Grafiken regelmäßig aktualisieren. 

Problem des wahren Eigenverbrauchs:

Ob und wann sich ein Balkonkraftwerk auch rechnet, hängt mit dem wahren Eigenverbrauch zusammen. Wenn man viel Strom einspeist, heißt das nicht, dass dieser auch zu 100 % für den Eigenverbrauch verwendet wird. Man kann sagen, je mehr Personen in einem Haushalt wohnen, desto mehr Strom wird den Tag über verbraucht. Dies ist wiederum aber auch abhängig, wofür der Strom verbraucht wird. Leben in einer Wohnung/Haus viele Menschen und vor allem Junge, dann hat man den Tag über einen relativ hohen Grundverbrauch. Also der Verbrauch, welcher fast ständig anfällt.

Geräte des Grundverbrauchs:

  • Router
  • Smarte Geräte (Steckdosen, Lampen, Alexa usw.)
  • Kühlschränke/Kühltruhen
  • Aquariumheizung und Luftzufuhr
  • Netzteile, welche sich ständig am Netz befinden
  • Computer, welche ständig an sind

Dann gibt es noch die Geräte, welche zeitweilig eingeschaltet werden und einen hohen Stromverbrauch haben. 

  • Herde und Kochplatten
  • Backofen und Grills
  • Kaffeemaschinen und Wasserkocher
  • Waschmaschinen
  • Rasenmäher
  • elektro Schweißgeräte
  • elektro Häcksler
  • Wasserpumpen

Am effektivsten kann das Balkonkraftwerk dann eingesetzt werden, um den relativ konstanten Grundverbrauch zu decken. Am besten wäre es, wenn der Grundverbrauch 600 Watt (800 W) beträgt. Dann würde der gesamte Solarstrom als Eigenverbrauch verwendet werden. Dies kann man gut am Stromzähler überprüfen. Was dieser in Ruheperioden, z. B. in der Nacht oder am Tag, wenn keine zusätzlichen Geräte in Betrieb sind anzeigt, dies wäre in etwa der Grundverbrauch. 

Moderne Stromzähler mit digitaler Anzeige erkennen eine Einspeisung. Übersteigt der eingespeiste Strom den Strom, welcher gerade verbraucht wird, dann erscheint eine negative Wattanzeige. Dieser Strom fließt dann zum Nachbarn bzw. ins Stromnetz des Netzversorgers. Theoretisch kann man sich diesen vergüten lassen, jedoch ist der bürokratische Aufwand zu groß und die Vergütung viel zu niedrig. Besser ist es, alles zu unternehmen, dass so viel wie möglich Solarenergie im eigenen Haushalt auch verbraucht wird.  

Balkonkraftwerk Stromzähler Einspeisung

Ich habe die Solaranlage ja bei meiner Mutter im Garten installiert und bis selbst im Wechsel von 7 Tagen dort. Der Grundverbrauch liegt bei nur etwa 150 Watt. Der meiste Energieverbrauch ist nicht konstant, da viel gekocht und gebacken wird. Zusätzlich die Wäsche gewaschen, den Geschirrspüler eingeschaltet und gebügelt. Wenn ich dann zu Hause bin, werden diverse elektrische Gartengeräte verwendet. Das sind nicht so gute Voraussetzungen für den Betrieb eines Balkonkraftwerkes. 

Wie kann man den Betrieb eines Balkonkraftwerkes optimieren:

Die Solarpaneelen des Balkonkraftwerkes optimal positionieren: 

Es gilt, den sonnigsten Platz im Garten zu finden. Die Solarzellen sollten so platziert sein, dass möglichst den ganzen Tag die volle Sonne darauf scheint. Dabei auch Bäume und Mauern beachten. Besonders in den kalten Monaten werfen Hindernisse sehr lange Schatten und verringern den Solarertrag. 

Dann ist die Ausrichtung wichtig und der Winkel. Die optimale Ausrichtung ist in der Regel Südost und der Winkel 30 Grad. Damit kann man etwa 874 kWh Strom produzieren. Sehr schön kann man die erwarteten Erträge mit dem PV Ertragsrechner von priwatt errechnen. 

Verbraucher einschalten, möglichst, wenn die Sonne scheint. Wenn die Sonne nicht scheint, dann produziert die Solaranlage nur recht wenig Strom. Genau den Wetterbericht studieren, wann die Sonne wieder scheint und danach elektrische Geräte einschalten. Das geht natürlich nicht in jedem Fall. Wenn Mittag ist, muss halt gekocht werden. Aber bei der Waschmaschine oder Geschirrspüler kann man schon ein wenig den Zeitpunkt verschieben und die Geräte erst dann einschalten, wenn die Sonne wieder scheint. Manchmal sind es ja nur 1 bis 2 Stunden. Da kann man auch die Zeitvorwahl einschalten. Bei www.wetteronline.de kann man sehr gut sehen, wann die Sonne in den nächsten Stunden wieder scheint. Dazu am besten das Wolkenradar verwenden! 

Den maximalen Verbrauch strecken, wenn er über 600 Watt liegt. Das ist vielleicht nicht ganz so einfach. Am besten Geräte mit hohem Verbrauch, wenn möglich, nacheinander einschalten. Bei Geräten wie der Waschmaschine und dem Geschirrspüler eventuell die Ökoprogramme verwenden, dann dauert der Waschvorgang zwar länger, jedoch sind die Stromspitzen geringer. 

Einen Speicher dazwischenschalten: Der Speicher hat die Aufgabe, die Sonnenenergie, welche zu viel ist, zwischenzuspeichern und dann bei Bedarf wieder abzugeben. Das wirft allerdings einige Fragen und Probleme auf. 

Das eigentliche Problem ist vor allem noch der Preis. Derzeit sind die Preise für Speicherlösungen doch noch recht hoch und zudem gibt es auch noch nicht genügend Anbieter, welche sich Konkurrenz machen. Zudem muss die Anlage einigermaßen intelligent sein. Am besten wäre es, wenn sie über den Stromzähler ständig darüber informiert wird, wie viel Strom gerade verbraucht wird. Dann könnte die Abgabe des Stroms dementsprechend verändert werden. Dazu gibt es Lösungen, wo der Stromzähler entsprechende Werte per Funk übermittelt oder auch sogar, wo das Gerät selbst die Last innerhalb der aktuellen Phase überprüft. 

Am einfachsten wäre es natürlich, der gespeicherte Strom würde nach Sonnenuntergang so abgegeben werden, dass auch über Nacht die Grundlast gedeckt wird. Da wäre dann nur eine Zeitschaltung notwendig und eine Einstellung der gewünschten Stromabgabe. 

Mein aktuelles Fazit zum Balkonkraftwerk von priwatt bzw. allgemein:

Also ich kann sagen, dass das Balkonkraftwerk von priwatt erstmal sehr gut funktioniert. Die Aufstellung im Garten war relativ einfach. Von der Qualität her sind die Solarpanels hervorragend und die versprochene Leistung wird auch wirklich erbracht.  Ärgern tue ich mich schwarz, dass ich es zu früh gekauft habe und mir dadurch sämtliche Förderungen verloren gegangen sind. Habe ich noch über 1200 € bezahlt (mit Mehrwertsteuer), bekommt man es heute nur für die Hälfte (mehrwertsteuerfrei) und sogar noch bundeslandabhängig weitere Förderungen. Zudem sind die neuen Anlagen bereits für 800 Watt Leistung vorbereitet. 

priwatt Balkonkraftwerk Gewinnrechnung Mai 23

Ansonsten muss man mit weiteren zusätzlichen Kosten wie Steckdosen, Kabel und Marderschutz rechnen. 

Da die Balkonanlage bei mir den ganzen Tag im Garten in der vollen Sonne steht, ist der Ertrag wie vorgesehen. Allerdings geht eine Menge Strom für mich verloren, da er nicht gleich verbraucht und somit kostenlos ins öffentliche Netz eingespeist wird. Eine Pufferlösung mit Akkus halte ich im gegenwärtigen Zeitpunkt noch für zu teuer. dies kann sich aber bereits im nächsten Jahr schön ändern und jeder muss dies für sich gut durchrechnen. Einige Anbieter sind in diesem Bereich bereits auf dem Markt. Die Speicherung und Abgabe der Energie soll dann automatisiert ablaufen. Wenn die Preise dafür sinken, werde ich mich darum kümmern. Derzeit ist es natürlich ärgerlich, wenn der Strom für mich verloren geht. Ich trage die Daten immer in eine Excel-Tabelle ein und errechne den Gewinn und Verlust. 

Meine ganze Werkstatt und das Rasen mähen habe ich auf Akkubetrieb umgestellt, welche ich über Solar auflade. Somit kann ich weitere Kosten einsparen.  Sehr gute Dienste leistet mir dabei die Powerstation von Rockpals, welche ich mit einem extra Solarpanel befülle. Diese steht dann für alle Arbeiten in der Werkstatt und dem Rasen zur Verfügung. 

 

 

 

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