Ursachen von Schimmelbildung durch Feuchtigkeit und deren Vermeidung

Warum ist die Raumluft oft zu feucht?

Sieht man nicht überall in den Shops und Baumärkten Luftbefeuchter stehen und hört und liest man nicht andauernd, dass die zu trockene Heizungsluft besonders im Winter zu Reizungen oder oberen Luftwege bzw. zu Erkältungen führen kann. Aus diesem Grunde kaufen sich jährlich tausende Menschen Luftbefeuchter der unterschiedlichsten Bauweisen in der Hoffnung, bei der nächsten Grippewelle nicht mit dabei zu sein.

Doch wie sieht es in Wirklichkeit aus? Die guten alten Zeiten der trockenen Heizungsluft im Winter sind längst vorbei. Die Bausubstanz der Häuser und Wohnungen wurde ständig an die gestiegenen Bedürfnisse und steigenden Energiekosten angepasst. Dazu kommen diverse gesetzliche Bestimmungen, welche entsprechende Wärmedämmungen vorsehen. Diese Entwicklung ist einerseits gut und andererseits auch schlecht. Zur Dämmung werden oft ungeeignete Materialien eingesetzt und besonders Altbauten können das sehr übel nehmen. Das große Problem sind dabei heute die Fenster. Nicht weil sie schlecht sind, ganz im Gegenteil, sie erreichen heute Dämmwerte, welche schon besser als die Mauer selbst sind. Man kann also Stolz sein, solche Fenster zu besitzen und eigentlich müsste doch jetzt alles ok sein. Aber schon nach einiger Zeit entdecken Sie an der Wand neben dem Fensterrahmen oder an Mauerteilen schwarze Flecken, welche sich schnell ausbreiten. Was ist passiert?

Schimmelbildung

Es ist zur Schimmelbildung gekommen. Schimmelsporen befinden sich in der Luft und freuen sich über eine hohe Luftfeuchtigkeit und guten Nährboden. Wie die Pilze im Wald auch, nur dort freuen wir uns darüber sie dort anzutreffen. Tapete, Kleister, Leimfarbe etc. sind ein hervorragender Nährboden für Schimmelpilze. Ist es dann auch noch ausreichend Feucht, dann fangen die Pilze an zu wachsen und wir sehen sie als schwarze Flecken. Nun darf man nicht gleich die Nerven verlieren, sondern muss die Ursachen beseitigen. Die Schimmelsporen befinden sich in der Luft, diese kann man leider nur schwer beseitigen, denn sobald man das Fenster öffnet kommt eine Ladung neuer Sporen herein. Man muss dem Schimmel also seinen Nährboden entziehen. Die Tapeten und das Mauerwerk möchte man aber gerne behalten und so bleibt nur noch die Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit zu verringern. Und das wenn möglich langfristig. Dazu muss man ein klein wenig über das Verhalten der Luft in Beziehung zur Wasseraufnahme wissen.

Luft kann eine bestimmte Menge an Wasserdampf speichern. Eine wichtige Größe die dabei eine Rolle spielt ist die Temperatur. Steigt die Temperatur der Luft kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen, sinkt ihre Temperatur verringert sich auch die Fähigkeit Wasserdampf zu speichern. Irgendwann kann die Luft bei einer bestimmten Temperatur keinen Wasserdampf mehr aufnehmen, dann ist der sogenannte Taupunkt erreicht. Auch der Luftdruck spielt dabei eine Rolle. Bei uns zu Hause können wir ihn vernachlässigen, da er vor und im Haus gleich ist.

Wird der Taupunkt unterschritten, beginnt der Wasserdampf sich als Kondensat (kleine Tröpfchen) niederzuschlagen. Im Hause vorzugsweise auf den kühlsten Stellen im Raum. Das kann eine ungedämmte Decke sein, Fensterlaibungen oder Wände mit Wärmebrücken. Im Badezimmer könnten zusätzlich frei laufende Kaltwasserleitungen oder Spülkästen betroffen sein. Alles ideale Stellen zur Schimmelbildung. Hat der Schimmelbildungsprozess erstmal begonnen und man erstickt ihn nicht sofort im Keim, dann breitet sich der Befall recht schnell aus, da jede Schimmelfläche massenweise Sporen in die Luft abgibt, welche sich im ganzen Haus verteilen können. Bei empfindlichen Personen kann es zusätzlich zu allergischen Reaktionen kommen.

Soforthilfe gegen Schimmel

Meist sind zu Anfang die befallenen Flächen nicht so groß, so dass man sich noch gut selbst behelfen kann. Eine Möglichkeit ist es sich im Fachhandel (Drogerie/Baumarkt) mit einem Antischimmelmittel zu bewaffnen. Allerdings ist es oft dabei nicht ganz so klar womit man sich eher vergiftet, durch die Schimmelsporen oder durch das Gift dieser Mittel. Meist enthalten diese giftige Fungizide, Chlor oder andere Stoffe die auch für den Menschen gefährlich sein können. Dabei ist es relativ einfach die vorhandenen Schimmelpilze nebst Sporen abzutöten. Dies gelingt bei normalen Befall auch mit Hausmitteln. Das wohl beste Mittel zu diesem Zweck ist Alkohol. Nun aber nicht die Wand mit Rum oder Himbeergeist einreiben, sondern mit 70-80%-tigem medizinischen Alkohol oder 70-80%-tigem Spiritus. Auch ein sehr heißer Fön kann hilfreich sein, da wohl die meisten Schimmelpilze Temperaturen von über 50° C nicht überleben. Von Essig ist eher abzuraten, da er zwar die Schimmelpilze abtötet, jedoch durch seinen ph-Gehalt auch den Nährboden für neue Schimmelpilze bilden kann. Also die Schimmelpilze damit abwischen. Eventuell dabei einen Mundschutz tragen und bei der Verwendung mit Alkohol gut lüften und nicht Rauchen etc. 

    

Ist der Schimmel erstmal beseitigt, dann muss man Vorsorge treffen, dass er nicht wieder kommt. Dazu die Luftfeuchtigkeit senken und Wärmebrücken beseitigen (siehe weiter unten). Außerdem dem Schimmel keinen Nährboden geben. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit baufan Anti Schimmel Konzentrat gemacht. Dies ist sehr ergiebig und kann verdünnt direkt auf die Wand oder in die Wandfarbe gegeben werden.  Es gibt auch direkt Farben für Feuchträume, welche bereits Inhaltsstoffe gegen Schimmel haben. 

Wer besonders Wert darauf legt, dass die Farbe keine Biozide enthält, der kann es mit Streichkalk versuchen. Diese Farbe wird auf der Basis von Weißkalkhydrat hergestellt, ist rein mineralisch und verhindert Schimmel auf natürliche Weise. Diese Farbe ist seit hunderten Jahren bewährt. Insbesondere für Kellerräume, Ställe, Schuppenwände und kann Innen und Außen verwendet werden. Beim Streichen damit, sollte man aber auf jeden Fall eine Schutzbrille tragen!

      

Problem: Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Unser Hauptproblem für die Schimmelbildung ist die zu hohe Luftfeuchtigkeit. Experten sagen ab 70% relative Luftfeuchte steigt das Risiko der Schimmelbildung ganz erheblich. Also am besten 0% Luftfeuchtigkeit? Nein das geht auch nicht. Dann haben wir zwar garantiert keine Schimmelbildung, aber Leben können wir in dieser Umgebung auch nicht. Das Atmen würde kaum möglich sein, die Schleimhäute austrocknen und die Haut rissig werden und aufspringen. Von Forschern wurde eine optimale Luftfeuchtigkeit für den Menschen von 40 bis 65% ermittelt. (Kann von Forscher zu Forscher abweichen). In diesem Bereich sollte man die Luftfeuchtigkeit halten. Dies ist jedoch oft gar nicht so einfach.

Welche Faktoren führen zu einer Steigerung der relativen Luftfeuchtigkeit im Raum? (Auswahl)

Der Mensch selber. Jeder Mensch gibt Luftfeuchtigkeit über die Haut und dem Atem ab. Pro Mensch ca 1 Liter pro Tag. Macht bei zum Beispiel fünf Personen fünf Liter pro Tag, sind bei 30 Tagen 150 Liter Wasser. Natürlich ist man ja nicht die ganze Zeit in der Wohnung, sondern ja auch draußen oder auf Arbeit. Aber es macht sich laut Experten bereits bemerkbar, wenn Personen wegen Arbeitslosigkeit oder Erreichung des Rentenalters zu Hause bleiben.

Zimmerpflanzen sorgen normalerweise für ein schönes Klima, da sie Sauerstoff produzieren und Schadstoffe aus der Luft filtern können. Gleichzeitig sorgen sie für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Ist ja auch klar, man muss sie oft gießen und irgendwo muss das Wasser ja bleiben. Ein Teil verbleibt in der Pflanze und wird über die Blätter abgegeben, ein Teil verdunstet aber auch direkt nach dem Gießen. Desto höher der Wasserverbrauch der Pflanzen, desto größer auch die Wasserverdunstung. Hier sollte man also im Ernstfall die Pflanzenmenge reduzieren oder durch weniger durstige Pflanzen ersetzen (Kakteen, Sukkulenten).

Alles was mit Wasser im Haushalt zu tun hat. Also Waschen, Duschen, Baden, Kochen, Abwaschen, Auf- und Abwischen und natürlich das Trocknen der Wäsche im Raum. Hierbei wird die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöht. Insbesondere, wenn man viel feuchte Wäsche im Raum trocknet.

Falsches Lüften kann ebenso zu erhöhter Luftfeuchtigkeit führen. Besonders gefürchtet ist hier der Kellereffekt (siehe weiter unten).

Baumängel wie defekte Regenrinnen, kaputte Dachsteine, zu hoher Grundwasserspiegel, fehlende Horizontalsperren in den Grundmauern können erheblich zu erhöhter Luftfeuchtigkeit beitragen

Neue Fenster. Ja, dies ist heutzutage die Hauptquelle für feuchte Wohnungen. Immer mehr Altbauten erhalten neue Fenster, welche keine Wärme hinaus, jedoch auch keine Luft nach Innen lassen. Natürlich führt das Fenster an sich nicht zu einer Steigerung der Luftfeuchtigkeit. Der Grund ist der, dass früher die Fenster nie richtig dicht waren. Gummis gab es erst später und auch die Maßhaltigkeit ließ zu wünschen übrig. Zudem waren die Fenster meist aus Holz, welches sich schnell verzog und die Scheiben waren einfache Verglasungen mit Glaserkitt verschmiert. Viele dieser Fenster hatten zudem Zwangslüftungen. Dadurch war es gewährleistet, dass ein ständiger Luftaustausch mit der Luft außerhalb möglich war und die feuchte Luft nach draußen abgeführt wurde und durch trockenere von draußen ersetzt wurde. Dies ist heute mit den absolut dichten Fenstern nicht mehr möglich. Damit nimmt die Bedeutung für das richtige Lüften  durch das Öffnen der Fenster und ggf. Türen zu. Alternativ können das auch automatische Lüftungssysteme übernehmen. 

Der Taupunkt und Wärmebrücken

Der Taupunkt ist die Temperatur, welche die in der Luft enthaltenen Wasserdampftröpfchen kondensieren lässt. Dies tun sie in einem Raum auf den Flächen, wo der Taupunkt erreicht ist. Also vorzugsweise an Stellen, welche kälter als die normale Raumluft sind, wie z. B. Fensterscheiben (besonders bei alten Fenstern) oder Ecken an Außenwänden. Desto höher die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, desto höher ist auch der Taupunkt. Umso schneller werden also auch die gefährdeten Bereiche feucht. Wärmebrücken sollte man aufspüren und versuchen sie zu beseitigen. Das geht oft schon mit ganz einfachen Mitteln, z. B. einer Folie, welche man über ein Fenster klebt. Darunter bildet sich ein Luftpolster, welches einen Wärmetransport nach außen verhindert. Der Effekt ist besonders eindrucksvoll bei einfach verglasten Scheiben. Zu Hause habe ich noch ein altes einfach (bleiverglastes) Bullauge. Da beginnt bereits im November das Wasser zu kondensieren und an der Scheibe runter zu laufen. Um dieses zu verhindern, klebe ich immer ab Oktober eine Fensterisolierfolie tesa Moll dagegen. Notfalls tut es auch eine normale Plastikfolie. Diese klebe ich ganz fest mit Tesafilm am Rand des Fensters fest. Wichtig: es darf auch nicht die geringste Öffnung bleiben, sonst ist die ganze Arbeit umsonst. Dann kann der Winter kommen und das Fenster bleibt von Kondenswasser verschont.

Ein gutes Gerät zum Finden von Wärmebrücken ist der Black & Decker Thermal Leak Detector. Diesen habe ich mir extra dafür gekauft. Lesen Sie dazu meinen ausführlichen Erfahrungsbericht. Bei Amazon kann man diese Dinge sich recht schnell schicken lassen. Achten Sie darauf, dass es bei den Fensterisolierfolien unterschiedliche Größen gibt. 

Sinnvoll ergänzen kann man die Thermo Fensterfolie durch entsprechende Gummidichtungen, welche die Zugluft wegen undicht schließenden Fenster stoppen. Diese werden einfach in den Rahmen geklebt und dichten eventuelle Spalten zuverlässig ab.

Hinweis: Wenn die Fenster sehr dicht sind, kann das die Schimmelbildung eventuell begünstigen. Also das regelmäßige Lüften auf keinen Fall vernachlässigen.

Für die Heizkörper gibt es spezielle Reflexionsfolien. Diese werden hinter den Heizkörper geklebt und werfen die Wärmestrahlung zurück in den Raum, den wir wollen ja einen schönen warmen Raum haben und nicht eine warme Wand. 

Bei kalten Wänden kann eine Dämmtapete hilfreich sein. Diese besteht meist aus Schaumstoff und verhindert eine zu starke Abkühlung der betreffenden Wand, so dass sich darauf kein Kondenswasser bilden. Nachteil - diese Tapeten sind nicht luftdurchlässig. Sie sollten daher auch nur auf die jeweilige betroffene Fläche aufgeklebt werden. Oft hilft auch schon eine sehr dicke Rauhfasertape

         

Wie ermittelt man die Luftfeuchtigkeit in einem Raum oder im Freien?

Um die relative Luftfeuchtigkeit zu bestimmen ist es sinnvoll, sich etwas Technik anzuschaffen. Wir benötigen ein Hygrometer. Diese gibt es in herkömmlicher Dosenform als auch in zig digitalen Varianten. Eine Auswahl von Amazon habe ich weiter unten aufgelistet. Wer es sehr genau haben möchte dann sind die Dosengeräte von Fischer zu empfehlen. Eins davon ist 2003 sogar bei Stiftung Warentest Testsieger geworden. Wichtig ist nur, dass diese analogen Geräte regelmäßig kalibriert werden müssen. Dazu gibt es eine Schraube auf der Rückseite des Gerätes. Zur Kalibrierung das Gerät in ein feuchtes Handtuch wickeln und nach einer Zeit sollte der Zeiger auf 95% stehen. Tut er das nicht, dann so lange an der Schraube drehen bis der Zeiger auf 95% steht. Diesen Vorgang soll man lt. Stiftung Warentest alle vier bis sechs Monate wiederholen, da der Zeiger sich mit der Zeit verstellt. Da das von Gerät zu Gerät anders sein kann ggf. den Hersteller kontaktieren oder noch einmal in der Bedienungsanleitung des Gerätes nachlesen.

Bei den elektronischen Varianten scheint das TFA 30.5005 gut und preiswert zu sein. Hier haben sich sehr viele Nutzer bei Amazon positiv über das Gerät geäußert. Ich will es mir demnächst auch mal zulegen und kann dann hoffentlich mehr darüber berichten. Ein anderes sehr interessantes Gerät ist das TFA 305011. Bei über 170 Bewertungen bei Amazon hat es 41/2 Sterne erhalten also fast fünf Sterne. Dieses Gerät zeigt neben der relativen Luftfeuchte und der Temperatur auch den Taupunkt an. Zudem gibt es eine optische und akustische Warnfunktion, wenn Schimmelgefahr droht.

Der große Vorteil bei den elektronischen Varianten ist, dass man sie nicht regelmäßig kalibrieren muss. 

       

Was kann man gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit tun?

Das beste Mittel dagegen ist normalerweise regelmäßiges Lüften. Also mehrmals am Tag die Fenster zu öffnen und einen kräftigen Durchzug zu organisieren. Das gelingt am besten im Winter bei kalten Temperaturen und trockener Luft draußen. Hier reichen bereits einige Minuten, um die Luft komplett auszutauschen. Dabei sollte die Luft draußen kälter sein als die Luft im Raum. Desto größer dieser Unterschied, je größer ist der Effekt die Luftfeuchtigkeit im Raum zu senken. Im Winter erreicht man das ganz gut, jedoch kann es Probleme geben, wenn die Außenluft recht warm und feucht, die Räume innen jedoch recht kalt sind. Man kennt das besonders bei schwülwarmen Wetter und gut gedämmten Häusern (Ja leider ist eine Dämmung nicht immer positiv). Innen ist es angenehm kühl, draußen heiß und feucht. Macht man nun das Fenster lange auf, dann kommt die feuchtwarme Luft herein, kühlt ab und die relative Feuchtigkeit steigt schnell an. Man merkt es auch daran, dass es im Raum moderich riecht und sich die Bettdecke feucht anfühlt.

Mein Excel Programm "Raus mit der feuchten Luft" als Hilfe zum optimalen Lüften

Weil es in der Praxis oft recht schwer für den Durchschnittbürger zu ermitteln ist, ob man zum Zwecke der Feuchtigkeitssenkung lüften soll oder nicht, hab ich ein kleines Excel Programm mit dem Namen "Raus mit der feuchten Luft" geschrieben. Es liegt zur Zeit in der Version 1.1 vor und kann hier kostenlos herunter geladen und für private Zwecke verwendet werden. Sie brauchen nur vier Werte zu ermitteln und einzugeben. Zum einen die aktuelle Temperatur welche draußen herrscht und dazu die relative Luftfeuchtigkeit draußen. Dann die aktuelle Raumtemperatur bzw. die Temperatur des kältesten Punktes im Raum und die relative Feuchtigkeit im betreffenden Raum. Das Programm gibt Ihnen dann eine Empfehlung, ob das Fenster geöffnet werden kann oder nicht. Immer unter der Maßgabe der Absenkung der relativen Luftfeuchtigkeit im Raum bei konstanter Raumtemperatur. An Technik benötigen Sie ordentliche Thermometer zur Messung der Raum- und Außentemperatur, sowie entsprechende Hygrometer (siehe weiter oben). Auch eine Wetterstation erfüllt diesen Zweck. Beachten Sie aber, dass besonders preiswerte Geräte oft große Messdifferenzen besitzen.

Weiterhin gibt das Programm den Sättigungsdampfdruck und den Taupunkt aus. Der Taupunkt draußen sollte geringer sein als der Taupunkt im Raum.

Kostenloses Excel Programm zur Taupunktberechnung mit Lüftungsempfehlung downloaden

Versionshistorie:

Version 1.1: Fehlerkorrektur bei der Berechnung des Sättigungsdampfdrucks im Außenbereich. Der Taupunkt war davon nicht betroffen.

Version 1.2: Möglichkeit mehrere Räume zu überwachen

Kellereffekt

Gerade bei frostigem klaren Wetter ist es ideal den Keller trocken zu lüften. Machen sie also so oft wie möglich die Kellerluken auf bzw. sorgen sie für guten Durchzug. Auch wenn die relative Luftfeuchtigkeit draußen hoch ist. Im wärmeren Keller erwärmt sich die Luft und kann dann viel mehr Feuchtigkeit ausnehmen und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt im Keller. 

Beispiel: Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit im Freien 70% bei 1° Celsius, so beträgt die relative Luftfeuchtigkeit im Keller bei einem vollständigen Luftaustausch bei 12 Grad Celsius nur 34%. Der Keller trocknet vollständig aus (Taupunkt liegt bei 8,6 Grad Celsius).

In Kellerräumen ist es oft feucht und kühl. Ideale Bedingungen zur Lagerung von Einkellerungskartoffeln und anderen Gemüsesorten. Wer lagert aber schon heutzutage diese Dinge noch ein? Immer mehr Menschen nutzen die Kellerräume als Hobbyraum, Arbeitsbüro oder gar als Schlafraum für Gäste und da soll die Luft nicht zu feucht sein. Werkzeug im Hobbykeller fängt dann an zu rosten und Papier wird gelb und fleckig. Gerade beim Keller kann man durch das Lüften sehr viel falsch machen. Viele Leute lassen im Sommer die Kellerluke tagelang weit offen stehen und wundern sich, warum das Wasser von den Rohrleitungen tropft bzw. die Luftfeuchtigkeit stark ansteigt. Warum ist das so? Weiter oben haben wir festgestellt, dass Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann, wenn sie sich erwärmt. Im Keller ist normalerweise die Luft aber im Sommer kühler als draußen. Kommt nun frische warme Luft in den Keller kühlt sie ab und kann den Wasserdampf nicht mehr halten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Sommerluft draußen eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist. Leider hatten wir dies die letzten Jahre vermehrt. Die Luft war zwar draußen warm, aber eher schwülwarm mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Die Feuchtigkeit der Luft mit Hilfsmitteln entziehen:

Was gibt es für Möglichkeiten die Luft mit Technik trockener zu machen?

Granulate zur Luftentfeuchtung:

Bevor ich zum elektrischen Luftentfeuchter gegriffen habe, habe ich erstmal verschiedene Granulate ausprobiert. Granulate gibt es von unterschiedlichen Firmen. Das Wirkprinzip ist einfach, das Granulat zieht die Feuchtigkeit aus der Luft und löst sich dabei allmählich auf. Das aufgelöste Granulat tropft in einen Behälter und kann später entsorgt werden. Beim Erstkauf gibt es für das Granulat einen entsprechenden Behälter. Dabei zeigen sich bereits Unterschiede. Einfache Behälter kann man umschubsen und die Flüssigkeit läuft dann heraus. Bessere Typen haben einen Auslaufschutz. Ebenso beim Granulat, hier gibt es Packungen zum Einstreuen des Granulats oder auch Tabs wie beim Geschirrspüler. Hat sich das Granulat dann aufgelöst, kann es in die Kanalisation entsorgt und neues Granulat nachgefüllt werden. Der Prozess dauert mehrere Wochen. Das Granulat besteht meist aus Calciumchlorid. Kritiker bemängeln vor allem die sehr hohen Preise für die Nachfüllpackungen. So kann eine Nachfüllpackung von einem kg durchaus um die 8 Euro kosten. Dabei ist die eigentliche Substanz Calciumchlorid für sich gar nicht so teuer. Man könnte sie sich auch direkt kaufen und den Luftentfeuchter damit befüllen. Auch wäre denkbar das Calciumchlorid in ein großes Küchensieb zu packen und über einen Eimer zu stellen. Vielleicht darunter noch ein Deckel mir nur einem kleinen Loch, damit das Wasser nicht wieder in die Raumluft verdunsten kann. Diese Konstruktion würde nur sehr wenig kosten. Ein Sack Calciumchlorid mit 25 kg Inhalt kostet bei Amazon ca. 25 €. Dies entspricht einem Preis von 1€ pro kg also eine große Ersparnis. Vorsicht ist aber auch geboten, denn Calciumchlorid wirkt reizend, daher den Hautkontakt möglichst vermeiden. Das gilt auch für die gekauften Granulate. Nur werden diese immer so fotografiert, damit man das Zeichen nicht sieht. Daneben gibt es aber auch eine ganze Reihe von Sparangeboten mit schon fertigen Säckchen. Auch in den Discountern wird man oft fündig. 

   

Von der Wirksamkeit der Granulate war ich zuerst nicht ganz so begeistert. Funktionieren tun sie, jedoch recht langsam. Für kleine Mengen die zu entfeuchten sind sind diese Produkte in Ordnung. Beispielsweise für einen Schrank, damit die Kleidung nicht stockt. oder für kleine Räume in denen keinerlei Luftaustausch stattfindet (kleine Kammern). Für größere Räume mit viel Feuchtigkeit ist die Entfeuchtungsleistung der Granulate einfach zu gering. Das sieht man auch an den Bewertungen bei Amazon. Viele Nutzer sind enttäuscht, dass die Granulate nicht die gewünschte Wirkung haben und zudem die Nachfüllpackungen recht teuer sind.

Ich verwende derzeit das Granulat hauptsächlich im Keller. Dieser ist sehr klein und warm + feucht, so dass das Granulat optimale Bedingungen vorfindet. Er riecht seitdem nicht mehr muffig und ich brauche nur noch ab und zu das Wasser abzugießen und das Granulat zu erneuern.

Auch auf dem Dachboden habe ich solch einen Entfeuchter mit Granulaz zu stehen. meine Mutter hängt dort oft Wäsche auf. Da der Boden gedämmt ist und eine Dampfbremse hat, kann die feuchte Luft hier schlecht entweichen. Somit übernimmt das Granulat diese Aufgabe (neben einem zusätzlichen Lüftungsrohr). 

 Hier nach meiner Meinung die Vor- und Nachteile von Luftentfeuchtern mit Granulat:

Vorteile:

  • schnell einsatzfähig
  • verschiedene Größen, z. B. auch für Kleiderschränke geeignet
  • verbrauchen keinen Strom und können dadurch stromunabhängig eingesetzt werden
  • sind vom Gewicht recht leicht und daher schnell umsetzbar
  • wirken über mehrere Wochen

Nachteile:

  • geringe Entfeuchterleistung
  • die Kristalle reizen die Haut und die Augen und sind somit gefährlich besonders für Kinder (sofort mit ganz viel Wasser spülen)
  • die Nachfüllpackungen sind recht teuer

Für mein Auto habe ich mir auch ein Granulat gekauft. Das Produkt heißt Air Dry Auto-Entfeuchter und ist von der Firma ThoMar. Dieses besteht allerdings aus Naturgranulat und löst sich nicht auf. Der Beutel hat die Farbe der Autoarmaturen und fällt daher nicht so auf. Am besten man hat davon zwei Stück, denn wenn er genug Feuchtigkeit aufgenommen hat, dann muss man ihn längere Zeit auf der Heizung in der Wohnung regenerieren. Nach Herstellerangaben ist diese Regenerierung nach zwei bis vier Monaten notwendig. Bis ca. 600 g Wasser können in dieser Zeit aufgenommen werden. Den Sättigungsgrad ermittelt man durch das Wiegen des Beutels. Also bei einem Gewicht von 1,4 kg, wurden 400 ml Wasser gespeichert. Zum Regenerieren wird der Beutel einfach längere Zeit auf die Heizung gelegt. 

 

Technische Geräte zur Luftentfeuchtung:

Da wir in unserem Haus auch immer eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit haben und die Feuchtigkeit von allen Seiten kommt (sehr altes Haus) haben wir lange überlegt und einen Luftentfeuchter erstanden. Ausschlaggebend war eigentlich ein fürchterlicher Regenguss und damit verbunden ein überfluteter Keller. Das Wasser konnte man rausschöpfen, jedoch die Feuchtigkeit in den Mauern war nicht rauszukriegen. Wie gesagt es war Sommer, draußen die Luft auch feucht - keine Chance. Lediglich mit zwei Heizlüftern konnte ich Erfolge erzielen. Da das alles recht aufwendig war (Kellerluke musste immer leergeräumt werden und alles stand irgendwo herum) haben wir uns nach einer technischen Lösung umgesehen, um zumindest in absoluten Problemfällen eine Möglichkeit zu haben, schnell gegen die zu hohe Luftfeuchtigkeit vorzugehen. Auch in den Zimmern hatten wir in der Übergangszeit immer eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, von der Veranda ganz zu schweigen. Diese wird im Winter nicht beheizt und hat diesen Winter schwer gelitten. Die sehr hohe Luftfeuchtigkeit führte zu Schimmelbildung und ich musste sie aufwendig sanieren. Gestrichen habe ich sie dann mit Alpina Bad- und Küchenfarbe, welche sehr teuer ist, aber hoffentlich dem Schimmeldruck etwas entgegensetzen kann.

Wir suchten nun also einen Luftentfeuchter, welche für alle Räumlichkeiten einsetzbar ist, eine gute Leistung hat und zudem nicht so schwer und laut ist. Dabei habe ich festgestellt, dass es zwei grundlegende Prinzipien zur Entfeuchtung gibt

Luftentfeuchter mit Kondensationsprinzip:

Beim Kondensationsprinzip wird die Luft angesaugt und über eine kühle Fläche geleitet bis der Taupunkt erreicht ist. Die Wasserdampf fängt an zu kondensieren und das Kondensat kann in einen gesonderten Behälter abgeleitet werden. Zur Kühlung wird ein Kompressor genutzt, welcher ein Kältemittel enthält das zirkuliert. Den Effekt kennen wir alle, wenn man eine eisgekühlte Flasche Cola oder Wasser aus dem Kühlschrank nimmt - im nu ist sie voller Wasser, weil die umgebende Luft unter den Taupunkt abkühlt und so den Wasserdampf freigibt. Das Kondensationsprinzip ist gut und preiswert, kann jedoch nicht bzw. nur mit Einschränkungen in kühlen Räumen eingesetzt werden. Der eingebaute Verdunster kann bei niedrigen Temperaturen von 15°C und darunter vereisen und muss dann von Zeit zu Zeit enteist werden, was die Leistung erheblich beeinträchtigt. Dafür verbrauchen diese Geräte relativ wenig Energie, sind aber vom Gewicht her recht schwer.

Ich benutze derzeit den TROTEC Kondensationstrockner (Luftentfeuchter) TTK 30 S. Siehe hier meinen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Trotec TTK 30 S

Luftentfeuchter mit Adsorptionsprinzip:

Hier benötigt man ein Adsorptionsmaterial. Beim TTR von der Firma Trotec wird Silicagel (Kieselgel oder Kieselsäuregel) verwendet. Die innere Oberfläche ist sehr groß und es ist hoch hygroskopisch (zieht das Wasser an). Man kennt dieses Material in fester Form als Kügelchen, beiliegend zum Beispiel in Verpackungen die nicht feucht werden sollen. Beispielsweise bei technischen Geräten. Dort liegen dann immer kleine Tütchen mit genau diesem Material bei. Dieses Silicagel ist auf einem Trocknungsrad wabenförmig ausgebracht. Das Trocknungsrad enthält eine Aufteilung in verschiedene Sektoren, einem Entfeuchtungssektor und einem Regenerationssektor. Der Entfeuchtungssektor nimmt permanent die Luftfeuchtigkeit auf. Das wäre möglich bis die Kapazität erschöpft ist, dann würde der Luftstrom den Entfeuchtungssektor passieren, ohne Feuchtigkeit zu verlieren. Damit das nicht passiert, muss das Silicagel entfeuchtet werden. Dies geschieht im Regenerationssektor mit einem sehr warmen Luftstrom. Damit alle Sektoren regelmäßig passiert werden dreht sich das Rad langsam.

Meiner Mutter habe ich den TROTEC Adsorptionstrockner (Luftentfeuchter) TTR 55S gekauft. Siehe hier meinen ausführlichen Erfahrungsbericht zum TROTEC Adsorptionstrockner (Luftentfeuchter) TTR 55S.

 

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