Entkalken mit Zitronensäure

Zum Thema Entkalkung gibt es im Internet ja schon massenhaft Informationen. Als ich mal eines Nachts nicht richtig schlafen konnte und im Internet über dieses Thema gelesen habe, war ich sehr erschüttert über die vielen falschen Beiträge und die irrigen Annahmen der Nutzer.

Ich nehme mal an, das hat viel mit einem großen und bekannten Anbieter zu tun. Diesen bewundere ich zutiefst, da ich von Beruf Diplomkaufmann bin mit der Spezialisierung Marketing und es dieser Anbieter geschafft hat Millionen Deutsche davon felsenfest zu überzeugen, dass ohne sein Produkt die Waschmaschine recht schnell das zeitliche segnen wird. Zudem ist sein Produkt auch noch sehr teuer, auch wenn man weniger Waschpulver als sonst nehmen kann.

Entkalkung von Waschmaschinen

Die alles entscheidende Frage ist nun, wann und wie entkalkt man denn nun Waschmaschinen? Die richtige Antwort dazu lautet: Gar nicht!

Gefahr für die Waschmaschine besteht theoretisch bei hartem bis sehr hartem Wasser (Härtegrade 3-4). Den Härtegrad können Sie bei Ihren zuständigen Wasserwerk erfragen. Hier zum Beispiel der Link für das Berliner Wasser.   

 

Sie können den Härtegrad auch selbst mit einem Teststreifen ermitteln. Meist liegt der neuen Waschmaschine gleich ein solcher Streifen bei. Sie bekommen diese aber auch im Zoohandel oder in der Apotheke. Wenn das Wasser hart ist, enthält es meist viele Anteile Kalzium und Magnesium. Diese können sich theoretisch auf dem Heizstab und auch anderen Teilen der Waschmaschine ablagern und die Teile zerstören. Beim Heizstab spricht man dann von Lochfraß. Das wäre dann der Supergau. 

Dies würde eventuell passieren, wenn Sie kein Waschmittel benutzen würden. Jedoch tun wir ja vor dem Waschen Waschmittel in die Spülkammer. Der alles entscheidende Trick dabei ist nun, die richtige Menge Waschmittel zu nehmen. Um diese zu bestimmen, haben wir einerseits ja schon die Härte erfragt oder gemessen und andererseits aufmerksam das Etikett des Waschmittels studiert. Da geht es zum Einen um die Verschmutzung der Wäsche. Meist wird es wohl normal verschmutze Wäsche sein. Nun müssen wir aber noch die Wasserhärte mit einberechnen. Also weich, mittel oder hart/sehr hart. Für diese Bereiche kann man nun entsprechend dem Verschmutzungsgrad die richtige Menge Waschpulver ablesen. Laut Stiftung Warentest dosiert der Deutsche meist eher zuviel als zu wenig. Das Waschmittel enthält neben dem Reiniger bereits Enthärter und wenn das Wasser sehr hart ist, dann benötigen wir entsprechend mehr davon. Das Ganze ist dann schon so berechnet, dass man keine weiteren Enthärter benötigt und diese zusätzlichen Enthärter nur rausgeschmissenes Geld sind. 

Angeblich wird dieser vorher genannte spezielle Enthärter von führenden Waschmaschinenherstellern empfohlen. Auch bei meiner Waschmaschine lag eine Tüte davon bei aber  -  wenn man dann die Bedienungsanleitung der Waschmaschine genau durchliest dann steht davon nichts, sondern im Gegenteil es stand dort bei allen Maschinen welche ich mal im Internet und zu Hause rausgesucht habe sinngemäß in der Rubrik Wartung und Entkalkung: Wird das Waschmittel entsprechend der Wasserhärte richtig dosiert, ist keine Entkalkung erforderlich!

Hier in Berlin haben wir hartes Wasser und ich habe niemals meine Waschmaschine entkalkt. Mein Waschtrockner hat 8 Jahre lang gehalten, dann war innen der Beton gerissen und meine jetzige habe ich auch schon viele Jahre ohne jegliche Probleme. Stiftung Warentest hat mal die Verkalkung getestet und die Waschmaschinen mit unterdosiertem Waschmittel sehr lange laufen lassen. Die Heizstäbe haben gar nicht daran gedacht doll zu verkalken und schon gar nicht wie in den Werbefilmen regelmäßig dargestellt. Eine weiße Schicht auf dem Heizstab muss übrigens auch nicht eine Kalkablagerungen sein, sondern sind oft nur schmierige Überreste von Waschpulver. 

Manche finden auch oft weiße Flecken in dunkler Wäsche und denken dann immer gleich an Kalk, dabei sind das nur Rückstände vom dem im Waschmittel enthaltenen Enthärter, welcher sich nicht ganz aufgelöst hat. 

Sehr wichtig hingegen ist das regelmäßige Reinigen des Waschmittelbehälters (rausnehmen, auseinanderbauen, abspülen) und auch den Einschub wo der Waschmittelbehälter eingeschoben wird. Desweiteren sollte regelmäßig das Flusensieb kontrolliert werden (meist eine Klappe im unteren Bereich der Maschine). Nach der Wäsche muss der Deckel offen stehen bleiben und der Waschmittelbehälter leicht rausgezogen werden, damit alle trocknen kann. 

Sollte die Waschmaschine trotzdem aus irgendwelchen Gründen verkalkt sein, dann nehmen Sie bitte keinen Essigreiniger sondern Zitronensäure oder einen speziellen Entkalker für Waschmaschinen. Zur Dosierung siehe weiter unten. Sollte die Maschine stinken, dann reicht in der Regel ein Kochwaschgang, dann sind die Stinkebakterien tot.

Entkalkung von Geschirrspülern

Bei den Geschirrspülern ist es ähnlich wie bei den Waschmaschinen. Wenn man alles richtig macht, dann ist eine Entkalkung eigentlich nicht notwendig. Doch wie sieht es in der Realität aus. Der Geschirrspüler wird gekauft, ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung geworfen, ein Tab eingeworfen - fertig. Wie müsste es eigentlich richtig sein? Richtig - die Wasserhärte muss ermittelt werden (siehe Waschmaschine). Ist die Wasserhärte ermittelt, muss der Regler am Geschirrspüler eventuell korrigiert werden. In der Regel ist ein normaler Härtebereich voreingestellt. Lässt man das so und ist das Wasser hart, dann kommt es zu Kalkablagerungen. Tabs sind zwar in der Verwendung einfach zu handhaben, jedoch im Gegensatz zum Pulver sehr teuer. Zudem gibt es bei den mehr in ein-Tabs das Problem der Dosierung. Der Tab kennt ja nicht den Härtegrad des Wassers und kann sich daher nicht daran anpassen. Besser Sie nehmen Regeneriersalz, Klarspüler und Waschmittel separat. Das entlastet den Geldbeutel und gibt dem Geschirrspüler die Möglichkeit optimale Leistung zu bringen. Denken Sie auch daran, dass wenn Sie ein Kurzprogramm verwenden, Tabs ungeeignet sind, da sie sich in der geringen Zeit nicht richtig auflösen können. 

Wenn Sie diese Hinweise beachten, wird Ihr Geschirrspüler auch nicht verkalken. Auf jeden Fall immer rechtzeitig neues Regeniersalz nachfüllen. Zur Pflege kann man ab und zu spezielle Reinigungsflaschen kaufen, welche man kopfüber in den Besteckkasten stellt. Zitronensäure ist auch eine Möglichkeit (siehe weiter unten). 

Entkalkung mit Zitronensäure:

Ich persönlich bin mit dieser Zitronensäure als Entkalkungsmittel sehr zufrieden. Habe sonst die kleinen Packungen von Heitmann zu 375 Gramm aus dem Drogeriemarkt benutzt. Mittlerweile benutze ich große Packungen, wie z. B. 5 kg Packungen von Amazon, da bedeutend preiswerter. Der Kilopreis beim kleinen Heitmann Beutel etwa 8 Euro, die Großpackung  von Nagamil bei Amazon etwa 3,80 €.  

Es ist sinnvoll den Beutelinhalt bei größeren mengen in gut verschließbare Gefäße umzufüllen. Zum einen ist das Handling mit kleinen Gefäßen besser und zum anderen reagiert Zitonensäure hydroskopisch, dh. zieht Wasser an. Ist der Verschluss nicht richtig zu, dann kommt es mit der Zeit zur Klumpenbildung.


Zitronensäure ist im Haushalt vielseitig verwendbar. Zum Kochen, wenn sie dementsprechend deklariert ist.  Wird hier normalerweise als Säureungsmittel (E330), z.B. für Süßspeisen und Marmeladen eingesetzt. Haupteinsatzgebiet bei mir ist die Reinigung und Entkalkung. Man kann sehr schön Wasserhähne, Duschköpfe, Blumentöpfe, Vasen, Eierkocher, Wasserkocher usw. damit entkalken. Kleine Mengen der Kristalle reichen schon. Sofort steigen kleine Blasen auf, welche die chemische Reaktion anzeigen. Zum Schluss mit viel kalten bzw. lauwarmen Wasser gut abbürsten und alles ist wieder wie neu.
Natürlich gibt es auch andere Mittel zur Entkalkung wie zum Beispiel Essigsäure. Allerdings riecht diese unangenehm und greift zudem Gummiteile an. Das macht Zitronensäure nicht.

Aber auch hier gibt es etwas zu beachten: Verwenden Sie die Zitronensäure nur kalt oder lauwarm und nicht für Espressomaschinen oder sonstige hochwertige Kaffeemaschinen (auch wenn es bei den hohen Preisen der Spezialmittel verlockend erscheint). Zitronensäure bildet zusammen mit dem Kalk einen Kalziumkomplex. Wird dieser Hitze ausgesetzt, dann bildet sich Calciumcitrat und diesen bekommen Sie dann überhaupt nicht mehr weg. Die feinen Düsen der Geräte sind dann hin und die Reparatur viel teurer als die Ersparnis. Sie chemisches Experiment hier. 

Letzter Hinweis: Nehmen Sie den Warnhinweis auf der Verpackung ernst. Nicht in die Augen kommen lassen und Kontakt mit der Haut unbedingt vermeiden (Handschuhe anziehen und Brille aufsetzen)!

Fotos von Zitronensäure und der Entkalkung

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Kaufmöglichkeiten von Zitronensäure bei Amazon:

 

Hier finden Sie eine Auflistung von Zitronensäure Angeboten

 Hier einige Verwendungsmöglichkeiten und Dosierungen von Zitronensäure:

Grundsätzliches: Verwenden Sie möglichst kleine Gefäße, wo die zu entkalkenden Materialien genau hinein passen. Das spart Wasser und vor allem Zitronensäure. Verwenden sie höchstens lauwarmes Wasser, da sonst fast unlösliches Kalziumcitrat entsteht. Verwenden Sie das Zitronensäurewasser ruhig mehrere Male hintereinander. Solange Bläschen aufsteigen ist die Säure noch wirksam und baut Kalk ab.

Die Menge der notwendigen Zitronensäure hängt vom Grad der Verkalkung ab und von der Menge benötigtem Wassers. Falls keine Bläschen mehr aufsteigen und der Kalk noch da ist, dann geben Sie einfach noch etwas Zitronensäure hinzu. 

Lassen Sie sich nicht täuschen, oft sieht es aus, als würde der Kalk noch da sein, lässt sich aber problemlos abwischen. Daher immer erst testen.

  • Entkalkung von Wasserkochern: (Nur kaltes oder lauwarmes Wasser verwenden!) 1 bis 3 Esslöffel pro Liter Wasser
  • Entkalkung von Eierkochern: 1 bis 2 Teelöffel und mit Wasser bis zum Rand befüllen, warten bis keine Bläschen aufsteigen und dann gründlich mit einer Bürste oder Schwamm säubern.
  • Entkalkung von Blumentöpfen, Blumenvasen und Untersetzern: Einen Eimer verwenden, so dass die Töpfe vollständig bedeckt sind, dann zwei bis drei Esslöffel Zitronensäure dazu geben und über Nacht stehen lassen. Dann gründlich mit einem Schwamm abputzen. 
  • Entkalkung von Mischdüsen (Perlatoren) an Wasserhähnen und Duschköpfen: Perlatoren abschrauben und in eine Tasse oder kleine Schale geben, zwei bis drei Teelöffel Zitronensäure dazu geben und über Nacht stehen lassen. Dann gut ausspülen, eventuell vorher zerlegen und wieder anbringen - Vorsicht die Gummidichtung nicht verbummeln, sonst tropft es nachher. Der Brausekopf kann angeschraubt bleiben. Hier einfach einen entsprechend großen Eimer Wasser nehmen, und die dusche mit dem Schlauch dort hinein legen. Drei Esslöffel Zitronensäure hinzu geben und über Nacht einwirken lassen. Danach gut abschrubben und Dusche einschalten, damit der nächste sich damit nicht den Kopf wäscht :-)
  • Entkalkung von Zahnputzbechern: In einen kleinen Eimer oder hohes Gefäß geben und zwei Esslöffel Zitronensäure hinzu geben, Über Nacht gut einwirken lassen und dann mit klarem Wasser abbürsten.
  • Als WC-Reiniger: Für die Seiten des WC nicht so gut geeignet, da zu dünnflüssig. Ansonsten für das Gebiet, wo das Wasser steht drei Esslöffel hinzu geben, mit der Bürste gut verteilen und am besten über Nacht einwirken lassen 
  • Verwendung als Geheimtinte: Mit einer konzentrierten Citronensäurelösung den Text auf Papier schreiben, trocknen lassen und dann über einer Kerzenflamme das Papier erhitzen.
  • Badreiniger selbst herstellen: Eine alte Sprühflaschen, z. B. vom leeren Badreiniger, zwei Esslöffel Zitronensäure auf 500 ml Wasser und dazu noch einen Spritzer Spülmittel, fertig ist der Badreiniger. Geeignet für Kalkflecken auf Fliesen (nicht Marmor) Armaturen und Waschbecken. Aufsprühen, kurz einwirken lassen und dann mit viel Wasser abspülen.

Zum Schluß noch mal der dringende Hinweis: Verwenden Sie Zitronensäure nicht für die Heißentkalkung. Durch die Entstehung von Calciumcitrat entsteht ein viel schlimmeres Problem. Nehmen Sie für teure Kaffe- und Espressomaschinen die entsprechenden Spezialentkalker. Diese sind zwar teuer, aber dafür sind sie auf die empfindlichen Bauteile der Maschine genau abgestimmt. 

Rezept zur unkomplizierten Herstellung von Badreiniger bzw. Entkalker aus Zitronensäure

Wir benötigen zur Herstellung von ca. 550 ml Badreiniger / Entkalker folgende Zutaten:

  • 1 leere Pumpsprayflasche
  • Waage
  • 50 g Zitronensäure
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 10 ml Spülmittel 
  • 1 Misch und Gießbehälter
  • Löffel
  • evtl. Trichter
  • Beschriftungsband

Badreiniger Herstellen Zitronensäure Badreiniger Herstellen leere Strühflasche Badreiniger Herstellen eine Flasche Spülmittel Badreiniger Herstellen Wasserbehälter 

Vorgehensweise:

Prüfen Sie bitte zuerst mit Wasser, ob die leere Pumpsprayflasche noch funktioniert. Das kann z. B. eine leere Flasche vom letzten Badreiniger oder vom Fensterputzmittel sein.   

Dann messen Sie bitte mittels Waage 50 Gramm oder Milliliter Zitronensäure ab. Danach gießen Sie 500 ml warmes (das Granulat löst sich dann besser auf) Wasser in den Mischbehälter und geben Sie dann die abgewogene Zitronensäure hinzu.  Nehmen Sie den Löffel und rühren Sie so lange bis sich die Kristalle vollständig aufgelöst haben. Nun geben Sie noch das Spülmittel hinzu und rühren nochmal vorsichtig um. Danach kippen Sie die Lösung in die Sprayflasche (eventuell einen Trichter benutzen).

Badreiniger Herstellen Wasser Badreiniger Herstellen Zitronensäurekristalle Badreiniger Herstellen Zitronensäure ins Wasser schütten Badreiniger Herstellen umrühren Badreiniger Herstellen Spülmittel Badreiniger Herstellen Spülmittel zur Zitronensäure dazu geben Badreiniger Herstellen Badreiniger einfüllen Badreiniger Herstellen fertig abgefüllter Badreiniger Badreiniger Herstellen Badreiniger in Flasche

Damit ist die Herstellung des Badreinigers bereits fertig. Falls Sie den 5 kg Sack für ca. 20 € (16 € plus 4 € Transport) gekauft haben, dann ergeben sich Kosten von 20 Cent für die Zitronensäure, Wasser 0 Cent, Flasche 0 Cent, Spülmittel 4 Cent ( Fairy Ultra), das sind dann maximale Kosten von etwa 24 Cent für 500 ml Badreiniger bzw. 50 Cent für 1 Liter

Beschriften Sie unbedingt die Flasche, vor allem wenn es keine Badreiniger Sprühflasche ist!!!

Nun können wir den neuen Badreiniger ausprobieren, ob er auch funktioniert. nehmen wir mal einen recht verkalkten Bereich um einen Wasserhahn (hatte leider ein Leck). Zitronenreiniger überall gut aufsprühen und je nach Verkalkung 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Danach mit Wasser gut abspülen und mit einem Schwamm die Reste gut abrubbeln. Falls dann immer noch etwas da ist den Vorgang wiederholen. Wie man auf den Bildern sieht, der Badreiniger funktioniert ausgezeichnet. Nach 10 min Einwirkzeit ist alles weg. 

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Zitronensäure zum Entkalken von Frischwassertanks im Wohnwagen

Vor einiger Zeit erreichte mich eine Leserzuschrift mit der Frage, mit wie viel flüssiger Zitronensäure man den Wassertank eines Wohnmobils (160 Liter) reinigen muss? 

Ehrlich gesagt, habe ich von der Reinigung der Wassertanks von Wohnmobilen überhaupt keine Ahnung!  Ich habe mich aber zu diesem Thema im Internet etwas schlau gemacht. Im Wassertank einer Wohnmobils können sich zum einen mit der Zeit Kalkablagerungen bilden. Diese können gut mit Zitronensäure entfernt werden. Außerdem können sich organische Rückstände im Form einer schleimigen Oberfläche bilden. Diese können mit Zitronensäure nicht so gut bekämpft werden. Zum Entkeimen ist wohl DanKlorix http://amzn.to/2q7t0KG  ganz gut. Das ist ein Reiniger auf Chlorbasis, der preiswert und wirkungsvoll Bakterien, Keime und Schimmelpilze entfernt. 
Manche Nutzer verwenden auch Gebissreiniger Tabletten wie Beispielsweise Kukident

Zitronensäure ist vor allem zur Entkalkung da. Da hängt es dann ja auch davon ab, wieviel Kalk sich gebildet hat. Sonst sind es bis zu 3 EL auf 1 Liter zur Herstellung einer 5%tigen Lösung.

Das kann dann als Anhaltspunkt genommen werden. Flüssige Zitronensäure gibt es ja in verschiedenen Konzentrationen, z. B. 100%, 50%, 30%. Normalerweise sollte die Dosierung mit darauf stehen.
Sonst wären es etwa 3 Liter 100tige Zitronensäure auf 100 Liter, bei starker Verkalkung. Bein geringer würde ein Liter reichen. Mit einem 5L Kanister müsste man bei geringerer Verkalkung eigentlich hin kommen. z. B. dieser hier: http://amzn.to/2qwYTO4 

Gewichte und Mengen bei Zitronensäure:

1 gehäufter normalgroßer Esslöffel: 20 Gramm

1 gestrichener normalgroßer Esslöffel: 12 Gramm

1 gehäufter normalgroßer Teelöffel: 8 Gramm

1 gestrichener normalgroßer Teelöffel: 6 Gramm

1 normale Kaffetasse gestrichen voll: 168 Gramm

Diese Werte habe ich durch Messen ermittelt. Es sind auf jeden Fall nur Richtwerte. Die Form und Größe der Löffel und Tassen sind heutzutage oft völlig verschieden. Benutzen Sie besser eine Waage. Gute Küchenwaagen gibt es für wenig Geld bei Amazon und man benötigt im Haushalt wenigstens eine. 

Zum wirksamen Entkalken von stärker verkalkten Flächen benötigen Sie etwa eine 5% tige Lösung. Das heißt 5 Gramm Zitronensäure auf 95 Gramm Wasser bzw. 50 Gramm auf 950 Gramm Wasser (Gramm und ml können wir gleichsetzen). Bei flüssiger Zitronensäure müssen Sie beachten, dass diese oft stark verdünnt verkauft wird. 

Bei gering verkalkten Flächen reicht oftmals auch schon eine 2%tige Lösung aus. Gegebenenfalls wiederholen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird. 

Leserzuschriften:

Toilettenreiniger

Eine nette Dame hat mir hier noch ein eigenes Rezept zur Herstellung von Toilettenreiniger gesendet:

Lieber Herr Kurtz,
besten Dank für Ihre Hinweise zur Benutzung von Zitronensäure zur Entkalkung. Ich selbst stelle seit Jahren Bad- und Kloreiniger, aber auch Weichspüler mit Zitronensäure selbst her. Mein Rezept zum Kloreiniger mit der richtigen Konsistenz für "unter den Rand":

Kloreiniger:

  • Sodasan als Emulgator
  • 80 Tropfen Pfefferminze
  • mit 650 ml Wasser auffüllen
  • 80 g Zitronensäure
  • 5 g Konjakmehl

Also, ich benutze Sodasan Orangenreiniger. Es eignet sich aber jedes Spül-/Reinigungsmittel als Emulgator für die Ätherischen Öle. Auf die kann man auch verzichten, ich liebe nur den frischen Duft.

in einem Messbecher Spülmittel-/Reinigungsmittel als Emulgator Menge nach Wunsch, mindestens aber einen halben Teelöffel
-darin ca. 80 Tropfen Ätherische Öle verrühren, bis die Masse weissschaumig ist
650 ml Wasser dazugeben und vorsichtig 80 g Zitronensäure und 5 g Konjakmehl einrühren.
In die Flasche umfüllen.
Nach ca. 10 Minuten hat das Konjakmehl die gewünschte Konsistenz angenommen.

Hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

Ich kaufe alles in Grossgebinden bei Ebay, Salandis, als Flasche zum Nachfüllen habe ich mir einmalig einen Sonett Kloreiniger besorgt, aber auch andere wie z.B. von Sodasan sind nachfüllbar.

Liebe Grüße

Judith

     

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Kommentare   

0 #4 Waltraud 2017-05-11 17:48
Hallo Herr Kurz,
bei unserm Wohnmobil müssen wir den Frischwassertank reinigen. Dieser fasst 160 Liter. Möchte gerne mit flüssiger Zitronensäure
reinigen. Bin mir jetzt nicht ganz sicher,
wieviel Zitronensäure notwendig ist. Für eine
Antwort von Ihnen bin ich sehr dankbar.
Liebe Grüsse Waltraud
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0 #3 Mark Frisch 2017-05-01 05:27
Guten Tag,

ich bin über google auf diese gestossen, da ich lediglich die Dosierung für Zitronensäure wissen wollte... um meine Espressomaschine damit zu entkalken.

Sie sollten diesen Abschnitt nochmals überarbeiten, da alle Hersteller sei es Jura oder Melitta für Ihre Maschinen eben Zitronensäuretabs zum entkalken verkaufen. Das wichtige ist das man eben das Entkalkerprogramm der Maschine nutzt um die ungewünschte Chemische Reaktion zu vermeiden. Bei Melitta ist das Programm z.B. zweigeteilt, der erste mit Tab bzw. Säure mit kalten Wasser und anschließend nochmals Heiß. Auch sprechen sich alle Kaffeefachforen im Netz für Zitronensäure statt Orginalreiniger aus! daher stimmt ihre pauschale ablehnung nicht ganz. mfg
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-1 #2 David 2017-03-27 10:17
Hallo Judith,
ich bin durch einen Freund auf ein noch weiteres Gebiet gestoßen, bei dem man mit Zitronensäure entkalken können soll - Gießwasser für Pflanzen.

Nun bin ich in Chemie nicht so versiert, dass ich mir die Fragen selbst beantworten könnte.
Eine Konzentration ist auf dem Fläschchen nicht angegeben. Ein Mischungsverhältnis schon. Ich habe ziemlich alte und wertvolle Pflanzen (Bonsai). Ich hab nur die Möglichkeit mit Leitungswasser zu gießen und früher oder später gibt es starke Kalkablagerungen am Stamm und an den Schalen. Dies wollte ich mit dem Mittel vermeiden.
Man gibt es ins Gießwasser und gibt es somit auch den Pflanzen zu trinken. Ist das auf Dauer unbedenklich für die Pflanzen?

Könnte ich nicht auch 5kg Gebinde kaufen und mir das ganze selber mischen? Wie bekomme ich die Konzentration heraus?
Für weitere Fragen kannst du mich gerne per E-Mail schreiben!
Beste Grüße
David
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+1 #1 Jan 2017-02-22 18:26
Danke Herr Kurtz, informativ und gut zusammen gestellt! :-)
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